Gaildorf / Klaus Michael Oßwald  Uhr
Die Stadt Gaildorf will sich von vier nicht mehr benötigten Gebäuden trennen. Es handelt sich um drei frühere Rathäuser und einen Kindergarten. Die Objekte werden ausgeschrieben. 

Von Gebäuden, die „zur Erfüllung der kommunalen Pflichtaufgaben“ nicht mehr benötigt würden, will sich die Stadt Gaildorf trennen. Das hatte Bürgermeister Frank Zimmermann im Rahmen der jüngsten Bürgerversammlung angedeutet. Es handelt sich um insgesamt vier Immobilien, darunter drei einstige Verwaltungssitze: das alte Rathaus am Gaildorfer Marktplatz sowie die beiden Rathausgebäude in den Teilorten Ottendorf und Unterrot. Das vierte Objekt ist der ehemalige Kindergarten in der Arwa-Siedlung.

Gremien „mit im Boot“

Das einstige Rathaus der Stadt wird seit Jahrzehnten nicht mehr als solches genutzt. Seit dem 1967 erfolgten Umzug der Verwaltung ins Neue Schloss im Schlosspark ist das historische Fachwerkgebäude am Marktplatz vermietet und wird gewerblich genutzt. Es ist Sitz der Allianz-Generalvertretung Schumacher und eines Reisebüros. Bereits in den 1990er-Jahren stand – bis zum Rückzieher der Stadt – ein Verkauf des Baudenkmals zur Debatte.

Der Verkauf des Ottendorfer Rathauses war erneut Thema im Bezirksbeirat.

Nicht mehr benötigt wird auch das frühere Ottendorfer Rathaus mit seiner kleinen Verwaltungsstelle. Die Nutzung der Räume im Untergeschoss durch die Feuerwehr-Altersabteilung soll gewährleistet bleiben. Über die Absicht eines Investors in dem unter Denkmalschutz stehenden Bauwerk hat die Stadt bereits mit dem Bezirksbeirat gesprochen. Überhaupt sei es unerlässlich, so Zimmermann, dass im Zusammenhang mit der Veräußerung der Gebäude die jeweiligen örtlichen Gremien und der Gemeinderat „mit im Boot“ säßen.

„Ortsbildprägender Charakter“

Durch die Zusammenlegung der beiden Kindergärten im früheren Unterroter Rathaus und in der Arwa-Siedlung im neuen Bildungszentrum bei der Bühläckerschule werden diese beiden Gebäude ebenfalls nicht mehr für städtische Belange benötigt und sollen verkauft werden.

In allen vier Fällen lege die Stadt großen Wert darauf, dass die Gebäude durch den Verkauf „anständig unterhalten“ würden und deren „ortsbildprägender Charakter“ erhalten bleibe, erklärt Bürgermeister Frank Zimmermann im Gespräch mit unserer Zeitung. Diese Zielsetzung könne jeweils über den Kaufvertrag – in dem auch auf die Belange des Denkmalschutzes abgehoben wird – geregelt werden.

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Als positives Beispiel, wie ein einstmals städtisches Baudenkmal durch private Hand saniert und erhalten werden kann, nennt der Bürgermeister das im Volksmund „Siechenhaus“ genannte frühere Lazarett. Die zu den ältesten Gebäuden auf städtischem Boden zählende Immobilie, die bereits dem Untergang geweiht war, wurde durch den Bauhistoriker Gerd Schäfer im wahrsten Wortsinn gerettet und saniert. Für Rathauschef Zimmermann eine beachtliche Leistung.

Den Markt ausloten

Wichtig sei es auf jeden Fall, die Vermarktung der Gebäude nicht auf die lange Bank zu schieben und Leerstände zu vermeiden. Die Gebäude würden ausgeschrieben, um den Markt auszuloten, wobei der Gemeinderat das letzte Wort habe. Ziel sei es, für alle Objekte einen fairen, marktüblichen Preis zu bekommen – um am Ende „ein gutes Gefühl zu haben und die Gebäude in guten Händen zu wissen“, sagt der Bürgermeister. Allerdings, gibt er unter Hinweis auf die Rechtsaufsicht zu bedenken, „dürfen wir nicht unter Wert verkaufen“.

„Nichts verramscht“

Entscheidend ist auch für Rathaussprecher Dr. Daniel Kuhn die spätere Nutzung der vier Immobilien. Dabei gehe es der Stadt „nicht darum, einen schnellen Euro zu machen, sondern um Kosten zu vermeiden“. Im Klartext: Es werde „nichts verramscht“. Und am Beispiel Ottendorf beruhigt er besorgte Stimmen: „Wir setzen niemand vor die Tür ohne adäquaten Ersatz“.

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