Gaildorf Gaildorf unterstützt German Doctors

Martin Frey fährt Christina Schlögl und Kimberly, 11, in einer Rikscha. Das Gefährt wird beim Flohmarkt der Initiative „Gaildorf hilft Afrika“ am 20. Oktober verkauft. Schlögl hat sie ins Leben gerufen, Martin Frey unterstützt die Arbeit der Gruppe seit Beginn.
Martin Frey fährt Christina Schlögl und Kimberly, 11, in einer Rikscha. Das Gefährt wird beim Flohmarkt der Initiative „Gaildorf hilft Afrika“ am 20. Oktober verkauft. Schlögl hat sie ins Leben gerufen, Martin Frey unterstützt die Arbeit der Gruppe seit Beginn. © Foto: ka
Gaildorf / Cornelia Kaufhold 27.08.2018
Der Chirurg Dr. Ulrich Bauer arbeitet zurzeit am Serabu-Hospital in Sierra Leone. Er berichtet am 14. Oktober von seinem Einsatz. Fünf Tage später ist der Benefiz-Flohmarkt in der Körhalle.

Es wird Zeit für den Flohmarkt“, sagt Christina Schlögl. In ihrem Haus türmen sich Pakete mit Sachen von Haushaltsauflösungen und Dingen, die beim Flohmarkt verhökert werden sollen. Die Rikscha, Marke Eigenbau und verkehrssicher, steht allerdings in der Garage von Martin Frey in Unterrot. Heute sind die beiden Fraktionskollegen im Gaildorfer Gemeinderat, seit sieben Jahren engagieren sie sich in der Initiative „Gaildorf hilft Afrika“. Schlögl rief sie angesichts der Hungerkatastrophe am Horn von Afrika ins Leben. Damals hat sie während der Sommerferien den ersten großen Flohmarkt organisiert, um den Menschen in der Grenzregion von Eritrea und Äthiopien zu helfen. Das Ergebnis war überwältigend: über 70.000 Euro kamen zusammen.

Peter Rottach aus Münster, ein Mann mit jahrzehntelanger Erfahrung in der Entwicklungshilfe auf verschiedenen Kontinenten, stellte seinerzeit die Kontakte zu Projekten in Ostafrika her. Heute ist Ulrich Bauer der Kontaktmann, der frühere Chefchirurg am Kreiskrankenhaus Gaildorf. Als Ruheständler arbeitet der Mediziner bei den German Doctors. Aktuell bildet er ärztliches Personal in der Klinik in Serabu weiter, das sein Wissen dem Pflegepersonal vermittelt. Einige Fixateur-Sets hat Dr. Bauer von den Spenden der Initiative „Gaildorf hilft Afrika“ angeschafft. Sie sind bereits im Einsatz. Chirurgen verwenden diese Metallstäbe bei Knochenbrüchen und ersetzen damit Operationen. Wegen der hygienischen Zustände und der damit verbundenen hohen Infektionsgefahr spare man sich in Sierra Leone oft die Operation und die Gliedmaßen würden kurzerhand amputiert, erklärt Bauer. Die Fixateure seien deshalb eine weitaus bessere Alternative zur Amputation.

Die Wette läuft

Über 8000 Euro hat die Initiative jetzt auf dem Konto. Mit dem Flohmarkt am 20. Oktober will sie die Summe gewaltig aufgestockt. „Eine Frau überweist regelmäßig auf unser Konto, sie hat einen Dauerauftrag eingerichtet“, erzählt Christina Schlögl. Sie hat mit vielen Unterstützern ein buntes Begleitprogramm für den 20. Oktober auf die Beine gestellt. „Ein bisschen Routine haben wir, es ist ja bereits unser fünfter Flohmarkt“, sagt die 52-Jährige. Einen Wettpartner hat sie spontan im Bestattungsinstitut Frey gefunden. „Wenn ihr 50 Leute auf die Bühne bringt, gibt’s 500 Euro, sind es über 100, gebe ich tausend“, meint Martin Frey und fügt grinsend hinzu: „Bei 100 ist aber Schluss, es gibt keine 1500 Euro bei 150 Leuten.“ Sie werden zusammen auf der Bühne „We shall overcome“ anstimmen, die Hymne der US-Bürgerrechtsbewegung.

Am Sonntag zuvor, am 14. Oktober, will Dr. Ulrich Bauer von der Situation in Sierra Leone und im Krankenhaus in Serabu berichten und Fotos zeigen. Der Vortrag im Kernersaal der Limpurghalle beginnt um 19.30 Uhr. Zuletzt hat „Gaildorf hilft Afrika“ ein digitales, transportables Röntgengerät für die Klinik gespendet. Die Kosten beliefen sich auf rund 43.000 Euro.

Info

Das Spendenkonto der Initiative: Gaildorf  hilft  Afrika,

IBAN DE29622901100100111009,

BIC: GENODES1SHA. Weitere Infos bei Christina Schlögl unter 07971/6757.

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