Seit rund vier Jahren sind die Wasserleitungen in der Gaildorfer Sporthalle mit Legionellen belastet, was der Stadtverwaltung erheblichen Kummer bereitet. Sämtliche Maßnahmen, das Problem in den Griff zu bekommen, fruchteten auf Dauer nicht. Nun soll versucht werden, durch einen Umbau der Duschanlagen das Übel an der Wurzel zu packen.

Duschen in der Sporthalle sind mit Legionellen belastet

Bürgermeister Frank Zimmermann konnte sich im Sommer 2015 das Phänomen nicht erklären: Das Wasser aus allen Duschen in der Sporthalle – im Neubau wie auch im grundlegend sanierten und modernisierten Altbau – war über den Grenz- beziehungsweise Zielwert hinaus mit Legionellen belastet. Diese Bakterien können schlimmstenfalls eine lebensbedrohliche Lungenentzündung verursachen.

Teure Spezialfilter wurden gegen Legionellen eingesetzt

Weil das Ergebnis einer untersuchten Wasserprobe den Grenzwert von 100 „koloniebildenden Einheiten (KBE) pro 100 Milli­liter“ mit 4000 KBE weit überschritten hatte, musste das zuständige Gesundheitsamt informiert werden. Bereits bei Inbetriebnahme der neuen Duschanlagen im Januar 2015 war „eine mittlere Legionellenbelastung festgestellt“ worden, wie die Stadtverwaltung damals berichtete. Nach einer „thermischen Desinfektion“ habe man keine Kontamination mehr nachweisen können.

Entwarnung konnte jedoch nicht gegeben werden. Ein Teil der zwölf Duschräume wurde gesperrt, die übrigen mit teuren Spezialfiltern ausgerüstet. Die sorgten zwar für einwandfreies Wasser, mussten jedoch alle vier Wochen ausgewechselt werden. Zudem schaltete die Stadt eine Spezialfirma ein, um der Belastung auf den Grund zu gehen. Ohne nachhaltigen Erfolg.

Nun steht eine radikale Lösung zur Debatte. Und deshalb sollte der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung über die Grundsanierung der erst etwas mehr als vier Jahre alten Duschanlagen befinden und die Arbeiten dazu vergeben. Wofür die Stadt einen Betrag im unteren sechsstelligen Bereich lockermachen müsste. Aus Sicht von Bürgermeister Frank Zimmermann führt daran kein Weg vorbei: „Wir haben bislang immer nur die Symptome bekämpft“ – die Belastung blieb. Ob sich das Problem durch die geplante Umbaumaßnahme lösen lässt? Der Rathauschef räumte ein: „Eine endgültige Garantie haben wir nicht.“ Gleichwohl sei die Verwaltung „guter Dinge“.

Mehr Informationen gefordert

Der Gemeinderat indes ist es offensichtlich (noch) nicht und wünscht sich detaillierte Informationen dazu. Bernhard Geißler (Offene Liste) wollte etwa wissen, ob man denn die Ursache der Legionellen-Belastung überhaupt schon lokalisiert habe.

FWV-Fraktionschef Heinrich Reh betonte, dass ihm „bislang keine eindeutige Klärung bekannt“ sei. Ob denn nun der Planer garantiere, dass das Problem gelöst werden könne? Der Bürgermeister verneinte diese Frage, äußerte sich aber überzeugt: „Wir begeben uns auf den richtigen Weg.“

Kalt und warm nebeneinander

Rathaussprecher Dr. Daniel Kuhn brachte die bisherigen Erkenntnisse auf einen kurzen Nenner: Kalt- und Warmwasserleitungen lägen zu dicht beieinander. Dennoch, bemerkte FWV-Stadtrat Ulrich Stahl, „wäre mir ein ordentlicher Sachvortrag lieber gewesen“. So sah es auch sein Fraktionskollege Frank Stettner. Denn „wenn wir jetzt nagelneue Fliesen von den Wänden schlagen, bekommen wir die Kritik ab“.

Nun soll das Thema in der kommenden Sitzung des Technischen Ausschusses – die am 19. Juni, 18 Uhr, im Wurmbrandsaal des Alten Schlosses stattfindet – durch einen Sachverständigen umfassend erläutert werden. Im Anschluss daran könnten dann die notwendigen Bauarbeiten vergeben werden. Der Gemeinderat stimmte dieser Vorgehensweise zu und ermächtigte damit den Ausschuss, die nötigen Beschlüsse zu fassen.

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