Eine Wohngruppe des Sonnenhofs in Gaildorf, einer Einrichtung der Behindertenhilfe, steht seit Sonntagnachmittag unter Quarantäne. Eine „mitarbeitende Person“ sei vergangene Woche auf das neuartige Coronavirus getestet worden, sagt Sonnenhof-Vorstandsmitglied Michael Werner. Am Sonntag habe sie das positive Testergebnis erhalten. Seit Sonntagnachmittag stehen die 17 Bewohner des Hauses in den Dorfgärten 14 nach mündlicher behördlicher Anordnung unter Quarantäne, am Montag folgte die schriftliche Anordnung.

Die 17 Bewohner dürfen das Haus von nun an nicht mehr verlassen. Theoretisch dürften sie sich noch im Garten aufhalten, praktisch wolle man das aber vermeiden, erklärt Ulrike Grimm, Bereichsleiterin für die Standorte in Vellberg und Gaildorf. Alle Mitarbeiter dürften laut der Anordnung in Schutzkleidung weiterhin arbeiten, sagt sie. Die Schutzkleidung stünde präventiv bereits seit vergangener Woche zur Verfügung.

„Die Quarantäne dient der Eingrenzung. Bei Krankheitssymptomen müssen wir bestmöglich reagieren können“, sagt Werner. Sollte ein Bewohner Krankheitssymptome zeigen, werde er zunächst einzeln in einem Zimmer betreut, um Kontakte zu anderen auszuschließen. „Alles weitere entscheiden dann nicht wir, sondern wir schalten sofort einen Arzt ein“, erklärt Grimm. Der nehme dann einen Test-Abstrich und entscheide über weitere Maßnahmen, auch in Absprache mit dem Gesundheitsamt. „Unseren Bewohnern wird in nächster Zeit etwas fehlen. Normalerweise gehen sie zum Beispiel regelmäßig spazieren. Wir müssen in den nächsten Tagen sehen, wie es weitergeht“, sagt Grimm.

Zweites Haus nicht betroffen

Sollte dagegen ein Mitarbeiter Symptome zeigen, begebe er sich nach Rücksprache in häusliche Isolation, erklärt Werner. Bereits vor der Quarantäne-Anordnung habe der Sonnenhof die bis dahin nötigen Schutzmaßnahmen nach einem Pandemie-Plan umgesetzt.

Die angeordnete Quarantäne betreffe nur die Bewohner des Hauses in den Dorfgärten 14, nicht die im Haus in den Dorfgärten 18, erklärt Grimm. Grund: Die Bewohner der beiden Häuser hätten wegen der Corona-Pandemie bereits seit Längerem untereinander keinen Kontakt mehr gehabt. So sei die Lebenswerkstatt ebenso wie die Tagesförderstätte bereits seit geraumer Zeit geschlossen. An diesen Orten arbeiten die Bewohner normalerweise gemeinsam. Ein Besuchsverbot gelte für beide Häuser unabhängig von der Quarantäne bereits seit einiger Zeit, sagt Grimm.