Fünf Jahre sind seit der Veröffentlichung des Entwurfs von Landschaftsarchitekt Michael Glück aus Stuttgart ins Land gezogen. Glück hatte mit seinen Ideen im Zusammenhang mit dem „freiraumplanerischen“ Wettbewerb zur Gestaltung des nördlichen Kocherufers in Gaildorf die Jury überzeugt. Nun sollen – nach ersten zaghaften Versuchen – handfeste Maßnahmen ergriffen werden, um den Siegerentwurf Stück für Stück umzusetzen.

Knackpunkt Umgehungsstraße

Die Verzögerungen sind im übrigen nicht hausgemacht, also nicht von Stadtverwaltung und Gemeinderat verschuldet. Die Stadt hat ihre Hausaufgaben erledigt. Vielmehr musste das Konzeptbündel deswegen in der Schublade schlummern, weil die Planung der Umgehungsstraße mehrmals ins Stocken geraten war und das neu ins Visier genommene Sanierungsprogramm „Stadtmitte V“ ohne Gesamtkonzept zu groß geraten wäre. Nun will die Stadt trotzdem handeln, notgedrungen scheibchenweise.

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Im Rahmen der Erörterung des Sachstandsberichts über den Fortschritt der Sanierungsgebiete hatte die Verwaltung vorgeschlagen, für das nun auf Anraten des Regierungspräsidiums verkleinerte Areal „Stadtmitte V“ mit den Flächen im Gebiet „Nördliches Kocherufer“ einen Antrag auf Aufnahme in das Sonderförderprogramm „Zukunft Stadtgrün“ (SGP) zu stellen. Für die Flächen mit der Umgehungsstraße soll später eine Erweiterung oder auch eine Neuaufnahme als Sanierungsgebiet beantragt werden – dann, wenn der exakte Verlauf der Trasse feststeht.

Ins Auge fassen will die Stadt nun mit dem künftigen Sanierungsgebiet eine Aufwertung der Bereiche Hallengelände und Umgebung des Rathauses. Geplant ist etwa die Verlagerung des Omnibusbahnhofs (ZOB) auf der Schulseite. Dafür stehen Fördermittel nach dem sogenannten Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) in Aussicht. Die Arbeiten zur Vorbereitung und Anpassung der Projekte sollen über die Sanierung abgewickelt werden.

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Hallengelände im Visier

Diese Arbeiten umfassen beispielsweise den Abbruch des Gebäudes Eugen-Heller-Straße 2, das der Stadt gehört, die Neuanlage der durch den ZOB wegfallenden Parkplätze oder der dann notwendige Bau neuer Wege.

Wenn die bisherigen Bushaltestellen auf die östliche Schloss-Straße verlegt sind, will die Stadt dann das Hallengelände zum „Flößerplatz“ umgestalten, wie der Projekttitel in Anlehnung an Gaildorfs Flößertradition lautet. Damit soll dieser Bereich an Attraktivität gewinnen, wie es im Sachstandsbericht der Verwaltung heißt. Der Platz soll zum Verweilen einladen, und er werte dann „das Ortsbild von Gaildorf erheblich auf“.

Fast 5 Millionen Euro Förderung

Das Antragsvolumen für das Sanierungsgebiet „Stadtmitte V“ beträgt nach Berechnungen von Andrea Ingrisch, Leiterin der städtischen Liegenschaftsverwaltung, insgesamt 8,22 Millionen Euro. Dieser Betrag entspricht danach einer möglichen Förderung von 4,93 Millionen Euro – Geld, mit dem sich im künftigen Sanierungsgebiet durchaus einiges bewegen lässt.

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Fleißarbeit der Amtsleiterin ohne Debatte abgesegnet


Andrea Ingrisch, Leiterin des Liegenschaftsamts der Stadt Gaildorf, hatte für die jüngste Sitzung des Gemeinderats einen umfangreichen Sachstandsbericht zu den laufenden und künftigen Sanierungsgebieten vorbereitet. Krankheitsbedingt war sie jedoch verhindert und konnte deshalb auch dem Stadtparlament keine zusätzlichen Angaben machen oder Fragen beantworten. Dennoch sei die inhaltsschwere Vorlage „verständlich auf den Punkt gebracht“, wie Erste Beigeordnete Tanja Ritter einer möglichen Debatte vorausschickte. Eine solche gab es jedoch nicht. Das Papier sei „ganz toll“, und er habe „keine weiteren Fragen“, kommentierte FWV-Fraktionschef Heinrich Reh die Fleißarbeit Ingrischs. „Sachlich und schlüssig“ stellte sich das Papier auch der SPD-Fraktionsvorsitzenden Margarete John dar. Bürgermeister Frank Zimmermann dankte für die lobenden Worte, die er weitergeben werde. Den Bericht nebst Beschlussvorschlägen – über die wir im Rahmen einer Serie berichten werden –  nahm der Gemeinderat einstimmig an. kmo