Gaildorf / Rainer Kollmer  Uhr
Die Fest-Melange aus Blues-Feeling und Gaildorfer Stadt-Event fand auch 2019 wieder viele Freunde.

Bei schwülen 30 Grad im Schatten sind die Voraussetzungen für ein gelingendes Stadtfest nicht unbedingt günstig. Für Blues-Anhänger aus nah und fern stellte das lebhafte Treiben rund um den Marktplatz eine angenehme Abwechslung zwischen den Konzerten dar. Für die Einwohner war das Fest wieder ein zweischneidiges Ereignis. Durch die Sperrung der Karlstraße entstand einerseits eine abwechslungsreiche Flaniermeile. Andererseits machte die damit verbundene Umleitung so manchem Anwohner das Leben schwer.

Der Frühschoppen-Feststart wurde traditionell mit einem Fassanstich gefeiert. Bürgermeister Frank Zimmermann brachte sich mit Routine und dem nötigen Kennerblick in Position, nachdem der bereit liegende Zapfhahn sich nach einiger Mühe schließen ließ. Daniel Kuhn half umsichtig mit, bevor nach aufschäumendem Startbier die Gemeinderäte Günther Kubin und Rainer Baumann ein ehrenvolles erstes Glas erhielten. „Das Fest steht in diesem Jahr im Zeichen der Familie. Es geht aber auch ums Einkaufen“, merkte Frank Zimmermann in seinem kurzen Grußwort an.

Fest Gaildorfer Samstag: Spaß für Jung und Alt

Kurze Anfragen an den Verkaufsständen und im Einzelhandel ließen darauf schließen, dass das Kaufverhalten im Vorjahr besser gewesen sei. „Die Hitz’ isch’s halt“, vermuteten manche. Ob sich die Extra-Ladenöffnung gelohnt hat, wird sich noch zeigen. Der Getränkeumsatz dürfte gediegen gewesen sein.

Blasmusik bei der „Brunnenhocketse“

Unter Leitung von Michael Helminger, der seit 1. Juni die Stabführung bei der Stammkapelle übernommen hat, spielte die Stadtkapelle zünftige Kompositionen. Der „Gruß aus Böhmen“ stand als Motto über der Programmfolge. Am Nachmittag war erneut Blasmusik bei der „Brunnenhocketse“ zu hören. Karl-Heinz Nunn und Gerlinde Hoss mit ihren Bläserklassen aus Gaildorf und Unterrot waren ebenso dabei wie die Spielgruppe und die Jugendkapelle mit Michaela und Florian Brandt.

Etwas abseits war der Flohmarkt des Gräfin-Adele-Kindergartens zu finden. Sabine Müller, Inga Holzberger und Veronika Zjonka hatten etliche Spiel- und Leseschätze vom Speicher des Kindis entdeckt und boten das Gesammelte zu günstigen Preisen an. Für Kinder im Alter zwischen zwei und vier Jahren, wie sie dort betreut werden, ist nicht alles geeignet.

Musik Das Gaildorfer Bluesfest 2019 am Freitag

Bei den „Event-Adlern“ beim Marktplatz war bei Bungee-Jumping, Kletterwand, Kugelbad und Mini-Rutsche allerhand geboten. Das aufgebaute Karussell drehte sich jedoch eher selten. Für kleine Kinder hatten Heidje und Carsten Reinhard in der Grabenstraße einen „schönen Ort“ eingerichtet. In kleinen, überschaubaren Tabletts lagen Sandspielzeug oder Wasser (oder beides) bereit und zahlreiche Gefäße luden zum Buddeln ein.

Das Hofgut Wannenwetsch versuchte mit dem eingeheizten Transport-Backofen die warme Witterung zu übertrumpfen und fand gleichgesinnte Nachahmer bei den Pfadfindern aus Unterrot, die ein offenes Lagerfeuer unterhielten.

Viel Bewegung im Angebot

In der nahe gelegenen Veranstaltungsbühne an der Ecke Karlstraße/Schmiedstraße waren zahlreiche Bewegungsaktivitäten zu sehen. Gruppen des Comin-Fitnessclubs, des Sportparks, des TSV Eutendorf und TSV Gaildorf und sogar die Tanzmariechen der Schlossgarde waren zu sehen.

Wer gar nicht vom Blues genug bekam, konnte sich bei „Blues-Train“ über die Mittagszeit im Schlossgraben verwöhnen lassen. Gleich um die Ecke spielten „No Silence on Sunday“ und „Midnight Roses“ und bedienten damit das eher rockige Genre. Und am Abend ging es dann mit dem Blues-Fest auf der Kocherwiese weiter.

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