Noch am Sonntag mussten die Mitarbeiter der Gaildorfer Rettungswache „ran“ und letzte Hand anlegen, damit das Gebäude am Montag zur offiziellen (Neu-)Eröffnung im neuen Glanz erstrahlen konnte. Die Renovierung des Gebäudes nach einem ausgefeilten Konzept hat sich offensichtlich gelohnt, wovon sich die an dem Projekt Beteiligten während eines Rundgangs überzeugen konnten.

Erneuerung der Rettungswache wurde bis ins Detail geplant

Jeder Quadratmeter war unter die Lupe genommen worden, um so die besten Bedingungen für die Mitarbeiter während ihres Bereitschaftsdienstes zu erreichen. Die Einsatzkräfte halten sich zwölf oder gar 24 Stunden in der Rettungswache bereit, um im Notfall schnelle Hilfe leisten zu können.

Die Notärzte sind nun in einem containerähnlichen Gebäude nur weniger Stufen oberhalb der Rettungswache untergebracht, einschließlich der Fahrbereitschaft. Auch eine Garage für das Notarzteinsatzfahrzeug findet darin Platz. Dies soll einen optimalen Einsatz garantieren. Früher mussten die Notärzte im dritten Stockwerk des ehemaligen Krankenhauses auf ihre Einsätze warten.

Neben der Rettungswache beherbergt ein Container die Umkleidemöglichkeiten samt Schränken. Dadurch wurde im oberen Stock der Wache Platz geschaffen für zwei neue Räume.

Im Haus selber wurde der Sanitärbereich erneuert. Da die Fläche rund um die Rettungswache begrenzt ist, musste innerhalb des Hauses jeder Quadratmeter für Büros, Schlafräume, Küchen und Aufenthaltsräume genutzt werden. Neue Böden und frisch gestrichene Flächen sorgen dort nun für eine angenehme Atmosphäre.

Dr. Karl Rosenhagen, Vorsitzender des Kreisverbands des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), beleuchtete anlässlich der Eröffnung die Situation im Rettungswesen im Landkreis Schwäbisch Hall. Die gesetzlichen Vorgaben, bei Einsätzen die Hilfsfrist von 15 Minuten nicht zu überschreiten, stellten eine echte Herausforderung dar, besonders für einen Flächenlandkreis wie den hiesigen.

Mit dem Zirkel zentrale Orte für Rettungswachen zu planen, sei zu einfach gedacht. Was passiere beispielsweise, wenn ein Fahrzeug im Einsatz ist und nicht aktiviert werden kann? Auch der Einsatz eines in der Nähe positionierten Fahrzeugs sei problematisch.

Ein Gutachten soll bis Ende 2020 entsprechende Probleme erörtern und Lösungen für den Landkreis finden, um die 15 Minuten, die in 95 Prozent der Einsätze eingehalten werden müssen, schaffen zu können. Im Kreisgebiet werden derzeit laut Rosenhagen etwa 89 Prozent erreicht.

Situation hat sich bereits deutlich verbessert

In Gaildorf habe sich die Lage durch die neue Struktur sicher verbessert, denn bei einem Notfall rücken das Rettungstransportfahrzeug (RTW) mit zwei Sanitätern und das Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) nach dem Anruf der Leitstelle getrennt voneinander aus, um sofort Hilfe leisten zu können. Die Ausrückzeit wurde nun auf unter zwei Minuten verringert.

Die Kosten für die Umbau- und Renovierungsarbeiten belaufen sich auf etwa 150.000 Euro. Diese Investition teilen sich das Deutsche Rote Kreuz und die Kostenträger.

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