Pünktlich um 14 Uhr setzt sich beim 84. Gaildorfer Pferdemarkt der Umzug in Bewegung. Dabei pfeift am Montag noch die eine oder andere Windböe durch die Bahnhofstraße und wirbelt Papierschnipsel in die Höhe. Immerhin blieb es während des Umzugs trocken. Aus Sicherheitsgründen war das Spektakel etwas gestrafft worden. Im Aufgebot fehlten rund 25 Kutschen und Pferde. Gespart wurde aber nicht mit Humor. Den gab’s geballt zum Thema Friedhof in Unterrot und gleich danach in Form eines überdimensionalen und bemannten Bierkastens. Die Dorfsportgemeinschaft (DSG) aus Münster bedankte sich damit bei ihrem Getränkelieferanten. Schon seit mehr als 40 Jahren schreiben die DSG und die             Brauerei Häberlen an einer Erfolgsgeschichte.

Aus Honkling kam ein Beitrag zum Thema Landwirtschaft und Nachhaltigkeit. „Redet mit uns statt über uns“, lautete die Parole dieses großen und aufwendig gestalteten Motivwagens. Mit einem kleinen Fahrzeug setzte der Landwirts-Nachwuchs noch einen drauf: „Ich bin nicht Greta, sondern Andreas jr. Ihr habt mir nicht meine Kindheit genommen, sondern unseren Hof“, lautete die Botschaft. Auch die Eutendorfer Schützen waren wieder mit einem Wagen vertreten und präsentierten unter dem Titel „Tradition trifft Moderne“ ihre ganze schießsportliche Vielfalt.

Volksfest Pferdemarkt 2020: Der Krämermarkt

Abholzaktion und 5G werden aufs Korn genommen

Mit „Gaildorfs Beitrag zum Klimaschutz“ wurde Stadtoberhaupt Frank Zimmermann aufs Korn genommen. Hintergrund dieses Wagens war die vielfach kritisierte Abholzaktion im Schlosspark. Auch dieser Wagen hatte einen Anhänger. Gewidmet war er „King BAUMann“ mit der Parole: „Auch ich liebe Bäume sehr, gefällt aber noch viel mehr.“ Den Leuten gefiel diese Idee. Das sah man deutlich an den begeisterten Gesichtern. Die Wagenbauer und alle anderen, die sich an dem rund einstündigen Umzug beteiligt hatten, konnten sich freuen. Die Gaildorfer ließen sich von Sturmtief „Sabine“ nicht abschrecken und bevölkerten am Nachmittag die Innenstadt in gewohntem Maße. Deutlich kleiner als sonst fiel allerdings der Krämermarkt aus. Die Händler gruppierten sich mit ihren Ständen in der Schulstraße. Die Eschenau sowie das Areal rund ums Alte Schloss blieben verwaist.

Aktiv zeigte sich beim Umzug auch die Dorfgemeinschaft aus Erlenhof. Die Fichtenberger machten mit ihrem Wagen nicht nur Werbung fürs nächste Dorffest, sondern beschäftigten sich auch mit dem 5G-Ausbau im Mobilfunk und schnellem Internet allgemein. Auch die Pfadfinder beteiligten sich wieder am Umzug. Ein Wiedersehen gab es auch mit den Polizeireitern, die ganz am Anfang des Umzuges zu sehen waren – gleich hinter Werner Bohn und Siegfried Engel in den bekannten Personen des Stadtbüttels und des Nachtwächters.

Klein, aber fein, präsentierte sich die Trachtengruppe aus Gschwend vor einem Wagen des Obst- und Gartenbauvereins, einer Garde und der Jugendkapelle des Musikvereins Fichtenberg mit ihrem Motto „Reise in die Zukunft“ und dem Fischereiverein Gaildorf mit dem Thema „Müll im Über-Fluss“.