In den Morgenstunden des Montags, sagt Martin Zecha am Tag danach, hätte er noch „jede Wette“ gewagt, dass der Umzug zum Gaildorfer Pferdemarkt sturmbedingt abgesagt werden muss. Doch es kam anders, der Vorsitzende des Pferdemarktausschusses konnte aufatmen: Tief „Sabine“ hatte mit den Machern des großen Volksfests Mitleid und öffnete am Nachmittag für die bunte und lästerliche Demonstration Limpurger Kreativität und Schlitzohrigkeit tatsächlich ein sonniges Zeitfenster.

Großputz in der Innenstadt

Während sich Zecha auf die Manöverkritik vorbereitet, sind die Kräfte des Baubetriebshofs bereits im Einsatz. Auf der Kocherwiese wird der für die Wettbewerbe und Prämierungen hergerichtete Parcours abgebaut, das Sägemehl für die Markierungen zusammengekratzt. Unterdessen dreht die Kehrmaschine in der Innenstadt ihre Runden. In deren Bauch verschwindet dieses Jahr weniger Konfetti. Nach dem Umzug erneut einsetzende Sturmböen hatten den Großteil bereits in Richtung Osten „verblasen“.

Gaildorf

Für die Aufräumkolonnen blieb dennoch einiges übrig an Abfällen. Wenn auch im Vergleich zu den Vorjahren erheblich weniger. Zum einen fehlten die Händler, die wegen des Sturms kurzfristig abgesagt hatten. Deren Verpackungsmüll fällt in diesem Jahr nicht ins Gewicht. Und schließlich ist die geringer ausgefallene Müllmenge auch auf den wetterbedingt verhaltenen Besuch der Großveranstaltung zurückzuführen.

Etwa 10.000 Menschen mögen es nach ersten Schätzungen der Polizei gewesen sein, die zum Höhepunkt des Pferdemarkts gekommen waren. In guten Jahren waren es mehr als das Doppelte. Dennoch ist Martin Zecha „positiv überrascht“, wie er im Gespräch mit unserer Zeitung betont: „Das war schon der Hammer, dass überhaupt Leute gekommen sind“.

Publikum begeistert

Und die waren, wie allenthalben zu vernehmen war, eigentlich recht zufrieden und angetan von dem Gebotenen. Sicher, räumt Martin Zecha ein, waren dieses Jahr kaum Pferde und Gespanne im Umzug vertreten. Nur zwei Kutschen und ein Langholzer waren zu bestaunen, ebenso die Polizeireiter. Dafür habe er jedoch „volles Verständnis“. Viele Pferdehalter hatten es bereits am Vormittag nach entsprechenden Sturmprognosen vorgezogen, ihre Tiere aus Sicherheitsgründen daheim zu lassen.

Pferdemarkt 2020: Der Krämermarkt

Volksfest Pferdemarkt 2020: Der Krämermarkt

Busfahrer angepöbelt

Besondere Vorkommnisse gab es aus Sicht der Polizei, wie berichtet, nicht. Nur hier und dort „unschöne“ Szenen. Etwa solche: Obwohl mehrfach angekündigt worden war, dass nur am Sonntag kostenlose Fahrten mit dem Shuttle-Bus von den Teilorten in die Innenstadt angeboten werden, wurden die Busfahrer der Firma Hofmann an den übrigen Tagen von Fahrgästen, die sich offensichtlich nicht darüber informiert hatten, angepöbelt.