Die Sanierung der Festhalle in Ottendorf steht schon länger auf der Tagesordnung und wurde aus verschiedensten Gründen immer wieder verschoben. Im vergangenen Jahr sollten als erster Teilabschnitt die Toiletten in Angriff genommen werden. Als Gesamtkosten wurden 170.000 Euro errechnet, davon wollte das Land 61.200 Euro übernehmen. Doch bei der Sitzung des Ottendorfer Bezirksbeirats im Mai vergangenen Jahres überraschte die Stadtverwaltung mit dem Vorschlag, eine Generalsanierung in Betracht zu ziehen. Hintergrund war die mögliche Förderung aus dem Topf „Soziale Integration im Quartier“, kurz SIQ, des Bundesbauministeriums. Von 2017 bis 2020 wurde damit „die Erneuerung sozialer Infrastruktur und deren Weiterqualifizierung zu Orten des sozialen Zusammenhalts“ mit jährlich 200 Millionen Euro gefördert.

Dieses Programm sei nicht überzeichnet, hieß es im vergangenen Jahr. „So stehen die Chancen auf eine Förderung durch SIQ sehr gut“, erläuterte Andrea Ingrisch vom Bereich Stadtentwicklung. Sie schlug 2019 vor, die Teilsanierung um ein Jahr zu verschieben und einen Förderantrag für eine Generalsanierung zu stellen. Der neue Antrag sollte für das Jahr 2020 gestellt werden, die Generalsanierung selbst dann in einzelnen Schritten umgesetzt werden. „Wir müssen uns überlegen, in welche Bauabschnitte wir das unterteilen“, verbreitete Bürgermeister Frank Zimmermann viel Optimismus. „Ich sehe gute Chancen dafür, dass die Stadt Fördermittel aus dem SIQ-Programm für die Ottendorfer Halle erhält.“ Die große Lösung vor Augen gab es keinen Widerspruch zum Aufschub der für 2019 geplanten Toilettensanierung.

Der Bund lehnt ab

Nun steht die Stadt aber mit leeren Händen da – und damit auch die Ottendorfer: Bei der Sitzung des Bezirksbeirates am Montag teilte die Stadtverwaltung unter dem Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“ mit, dass ein entsprechender Antrag zur Aufnahme in das Programm „Soziale Integration im Quartier“ für das Jahr 2020 nicht bewilligt wurde. Ein weiterer Antrag ist nicht möglich, da der Bund das Förderprogramm nicht verlängert.

Wie es nun mit der Sanierung der Festhalle weitergeht, ist ungewisser denn je. „Wir müssen schauen, wie wir das in der mittelfristigen Finanzplanung unterbringen“, meinte Zimmermann. Die unklare Finanzlage der Kommunen durch die Corona-Pandemie, die der Bürgermeister zu Beginn der Bezirksbeiratssitzung angesprochen hatte, macht den Einstieg in die Sanierung der Halle aber nicht leichter.
Leichter fiel es der Stadtverwaltung, am Montag über die Ortssanierung in Ottendorf zu sprechen. „Die läuft für das Jahr 2020. Wir wollen die Punkte nach und nach umsetzen“, sagte Andrea Ingrisch. „Die Anträge für 2021 wollen wir wegen der Landtagswahl im kommenden Jahr schon früh stellen.“ 300.000 Euro Fördermittel sind eingeplant. Nachdem insgesamt 400.000 Euro Fördermittel vom Land bereitstehen, 270.000 Euro davon aber bereits abgerufen bzw. verplant sind, will die Stadt nun einen neuen Förderantrag stellen, um die Differenz von 130.000 Euro auszugleichen.

Rangfolge der Fördergebiete

Dabei sei aber zu berücksichtigen: „Stellen wir Anträge für verschiedene Sanierungsgebiete, müssen wir eine Rangfolge festlegen“, baute Andrea Ingrisch schon etwas vor, denn die Stadt hat mehrere Sanierungsgebiete „laufen“.

Den wohl angenehmsten Part hatte in diesem Zusammenhang Bürgermeister Zimmermann. Er berichtete über den Stand des Um- und Ausbaus des Kindergartens: „Der Neubau steht. Im Altbau geht es auch voran. Die Sanitär- und Flaschnerarbeiten sind abgeschlossen.“ Als letztes Gewerk soll zu Beginn der Sommerferien abschließend der Außenbereich fertiggestellt werden. „Wir wollen zu Beginn des neuen Kindergartenjahres den Betrieb aufnehmen.“

Die Ortssanierung Ottendorf


2020:
· Barrierefreier Zugang zum Friedhof
· Abriss des Schleppdachs am Farrenstall
Abriss des Hauses Haller Str. 31
· Sanierung Kindergarten (Kosten 1,1 Mio. Euro, Zuschüsse dazu 470 000 Euro)

2021 (geplant):
· Abriss des Hauses Haller Str. 39
· Aufstellung eines Bebauungsplans einschließlich einer Verbindung zwischen „In der Ebene“ und „Grabenäcker“
· Private Maßnahmen
· Areal um Rathaus
Programm:
Die Ortssanierung läuft zunächst bis 2025.
400 000 Euro Fördermittel stehen bereit. Davon sind 270 000 Euro bereits abgerufen bzw. verplant.
300 000 Euro sind für das Jahr 2021 vorgesehen.