Wie keinem anderen lagen Michael Dorn von Beginn an die Schule, die Schüler, die Eltern und das gute Mit­einander des Kollegiums am ­Herzen. Im Laufe seines Berufslebens unterrichtete er die Fächer Latein, evangelische Religion und Psychologie. Seine Schaffenskraft, sein Talent, mit Menschen umzugehen, sein fachliches ­Wissen und sein ansteckendes Wesen zeichneten ihn aus und so war es nicht verwunderlich, dass er im März 2003 zum stellvertretenden Schulleiter des Schenk-von-Limpurg-­Gym­nasiums ernannt wurde.

In den folgenden Jahren erwarb sich Michael Dorn hohes Ansehen und war „Kopf und Herz“ der Schule, wie es Kollegen und Freunde des Schenk-von-Limpurg-Gymnasiums in einer Traueranzeige formulierten.

Michael Dorn studierte Latein und Theologie

Dorn wurde am 9. Juni 1955 in Heilbronn-Sontheim geboren  und studierte nach seinem Abitur Latein und evangelische Theologie. Er entschied sich für das Lehramt an Gymnasien und wirkte nach bestandener pädagogischer Prüfung kurz als Studienreferendar in Weilimdorf und Weinsberg und kam ab dem Schuljahr 1984/85 ans Gaildorfer Gymnasium.

Vor allem seiner menschlichen Art und seinem immer offenen Ohr für alle war es zu verdanken, dass sein Heim als ein gastfreundliches Haus betrachtet wurde, wie es in der Traueranzeige weiter zu lesen war. Kein Wunder, dass bei so viel Zuneigung viele Lehrerinnen und Lehrer den Verstorbenen als Freund in Erinnerung behalten. Als die Schulleiterstelle beim Übergang der beiden Schulleiter Manfred Reichert und Jürgen Riehle ein Jahr lang vakant war, leitete Michael Dorn die Schule. „Es war ein schönes und entspanntes Jahr“, erinnert sich ein Kollege und weiter, „denn Michael Dorn konnte zuhören und uns mit Aufgaben betrauen. Diese Wertschätzung uns gegenüber hat zu einem guten Miteinander in der Schule geführt, und es wurde auch viel gelacht.“

In Erinnerung bleiben vielen Schülern seine Studienfahrten nach Rom. Als Humanist und Lateiner benötigte er keinen Reiseführer und stellte immer ein für Schüler passendes Programm zusammen. Er konnte sich aber auch zum Beispiel für Segeltörns auf dem Ijsselmeer begeistern. Und noch etwas: Mit Michael Dorn konnte man über vieles reden, über Musik, Literatur, Theologie, Philosophie, über Pädagogik, und auch als Beratungslehrer konnte er bei Schulproblemen hilfreich zur Seite stehen. Fünf Jahre lang war er auch Vorsitzender des Freundeskreises der Schule.

Er war mit Leib und Seele ein Familienmensch

Vor acht Jahren begann sein Leiden, eine heimtückische Krankheit wurde bei ihm diagnostiziert. Am 1. Oktober 2017 zwang ihn seine Krankheit zum vorzeitigen Ruhestand. Seine Ehefrau Ruth stand ihm stets zur Seite, verlieh ihm Kraft und Zuversicht. Dorn musste im Laufe seiner Erkrankung viele Schmerzen erdulden – immer wieder gab es Höhen und Tiefen, Niedergeschlagenheit, aber auch Hoffnungsschimmer. Michael Dorn klagte nie darüber, wie es Pfarrerin Katharina Merklein bei ihrer Trauerrede ausführte. Er war mit Leib und Seele ein Familienmensch, der ganz für andere da war und die Liebe zu seiner Familie auch lebte. Er war ein begeisterter Leser, wanderte viel mit Freunden und Familie und teilte die Leidenschaft für die Gartenarbeit mit seiner Frau. Ihm war nicht die Dauer des Lebens wichtig, sondern die Intensität eines liebevollen Miteinanders. So scharte sich seine Familie in seinen letzten Tagen und Stunden um ihn, um ihm ihre Zuneigung und Liebe zu bekunden. Am Montag, 29. Juli, schlief er friedlich daheim im Kreise seiner Familie ein.

Sein Tod erfüllt nicht nur seine Familie mit Ehefrau Ruth, die Kinder Anne, Helen und Julian mit Trauer, sondern auch seine vielen Freunde und Bekannten. Besonders die Enkelkinder Floris und Paulina werden ihren Opa vermissen, der ihnen so schön Geschichten vorlas.

Michael Dorn hatte alles noch zu seinen Lebzeiten geregelt. Er hatte noch eine Strophe zum Lied „Wir pflügen und wir streuen“ zugefügt und verfasste in seiner Traueranzeige seine Gedanken über den Tod selbst: „Mein Leben war von einer leuchtenden Liebe durchweht. Sie erfüllt mein Herz. Da ist kein Ort für Not und Schmerz.“ Groß war die Trauergemeinde auf dem Friedhof und ergreifend war der Chor der Lehrer mit dem Lied „Just a closer walk with thee“, instrumental unterstützt von einer Bass-Posaune, der den Trauerzug bis zum Grab begleitete.

Das könnte dich auch interessieren:

Gaildorf