Die Lebensqualität in Gaildorfs Innenstadt, aber auch in einigen Bereichen der Teilorte, leidet unter der nächtlichen Raserei erheblich. Aber auch am helllichten Tag brausen Autofahrer mit aufgemotzten Limousinen ungeniert durch die Straßen. Dass das den Bürgern lästig ist, geht auch aus der jüngsten Umfrage im Rahmen der Rundschau-Aktion „Hier sind wir zu Hause“ hervor.

Nach entsprechenden Berichten in unserer Zeitung wird darüber viel und heftig diskutiert, etwa in den sozialen Medien: „Gaildorf könnte nett sein, aber brüllend lauter Durchgangsverkehr vergrault die Leute“, schreibt ein verärgerter Leser. Und bemerkt: „In der einzigen Eisdiele draußen sitzen? Du wirst taub vom Verkehrslärm!“

Flüsterasphalt auf B 27 zwischen Hechingen-Mitte und Hechingen-Süd Verkehr rollt jetzt leiser über frisch sanierte B 27

Hechingen

Die Polizei verständigen

Bürgermeister Frank Zimmermann, beim Rundschau-Ortstermin im Floßfestzelt am vergangenen Sonntag von Redaktionsleiter Jochen Höneß interviewt, teilt die Einschätzung vieler Gaildorfer: Das sei „eine Katastrophe“. Den Betroffenen rät er dringend dazu, bei entsprechenden Wahrnehmungen sofort die Polizei zu verständigen, um Verstöße ahnden zu können.

Für die Frage aus dem Leserkreis, weshalb im Stadtgebiet nicht mit „fest installierten Blitzern“ die Geschwindigkeit kontrolliert werde, ist er nur bedingt der richtige Ansprechpartner: Im Haller Landkreis stünden deshalb keine solchen Anlagen, weil sie „nicht gewollt“ seien. Hintergrund: Der Kreistag hatte vor einigen Jahren ein entsprechendes Ansinnen abgelehnt.

Blitzer „sehr hilfreich“

Dennoch, räumt der Bürgermeister ein, seien stationäre Messgeräte „an bestimmten Stellen sicher sehr hilfreich“. Er nennt als Beispiele Bröckingen, Winzenweiler oder auch die Ortseingänge in den anderen Stadtteilen. Die Stadt selber stelle zwar Kontrollen an, die auch fruchteten. Aber in Eigenregie „dürfen wir das leider nur an den gemeindeeigenen Straßen tun“. Also nicht auf den Kreis-, Landes- oder Bundesstraßen.

Damit wären weitere, ähnlich gelagerte Fragen beantwortet. Wenn auch aus Sicht der Lärmgeplagten nicht zufriedenstellend. Das weiß der Rathauschef, der mit seiner Familie in der Innenstadt wohnt und auch unter dem Lärm der Raser zu leiden hat. Er will nun in seiner Eigenschaft als neu gewählter Kreisrat das Thema „offensiv“ bei der Kreisverwaltung ansprechen.

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