Auch im evangelischen Kirchenbezirk Gaildorf sind am Sonntag die Kirchenwahlen über die Bühne gegangen. Zusammen mit mehr als zwei Millionen Wahlberechtigten aus über 1200 Kirchengemeinden der Evangelischen Landeskirche in Württemberg waren die Gemeindeglieder der hiesigen Dekanatsgemeinden aufgerufen, die Mitglieder der örtlichen Kirchengemeinderäte und die Delegierten der Landessynode zu wählen.

Ein Wahlbrief kommt aus Großbritannien

Das Dekanat Gaildorf gehört zusammen mit den Kirchenbezirken Schwäbisch Hall und Künzelsau zum Wahlkreis 11. Dort beteiligten sich von insgesamt 62.581 Wahlberechtigten 16.503 Wähler an der Synodalwahl, was einer Wahlbeteiligung von 26,4 Prozent entspricht. Der Wahlkreis liegt damit über dem Durchschnitt der Landeskirche (22,92 Prozent). Für den Wahlkreis werden als Laien die Diplom-Agraringenieurin (FH) Andrea Bleher vom Gesprächskreis Lebendige Gemeinde mit 12.571 Stimmen und Annette Sawade vom Gesprächskreis Evangelium und Kirche mit 9362 Stimmen in die Landessynode einziehen. Als Theologe wird Holger Stähle vom Gesprächskreis Offene Kirche mit 5240 erzielten Stimmen in der Synode vertreten sein.

Synodalwahl der Landeskirche Der Stimmenkönig kommt aus Rot am See

Kreis Hall

In Gaildorf warteten nach dem Gottesdienst eine ganze Reihe Gemeindeglieder bei einer Tasse Kaffee im Anbau der Stadtkirche, bis das Wahllokal um 10.45 Uhr öffnete. Um diese Zeit herrschte dann auch der größte Andrang im Wahllokal im Gemeindehaus. Die erfahrenen Mitglieder des Ortswahlausschusses hatten schnell den Eindruck, dass diesmal weniger Wählerinnen und Wähler von der Briefwahl Gebrauch gemacht hatten. Dies bestätigte sich bei der Auszählung. Einige wenige Briefwähler kamen mit dem Verfahren nicht zurecht: Manche Stimmzettel-Umschläge kamen ohne Wahlkarte an. Oder die Wahlkarte war zusammen mit den Stimmzetteln im Umschlag. Eine Besonderheit gab es auch zu bestaunen: Ein Wahlbrief war mit einer Briefmarke der „Royal Mail“ frankiert – er kam aus Großbritannien.

Stimmzettel für Kirchenwahlen sind nach einer Stunde ausgezählt

Auch in Münster gaben fast drei Viertel der Wählerinnen und Wähler ihre Stimme kurz nach dem Gottesdienst und über die Mittagszeit ab. Am Nachmittag waren noch einzelne Wähler auf dem Weg zum Weihnachtsmarkt in Gaildorf vorbeigekommen. Bereits eine Stunde nach der Schließung des Wahllokals in Münster waren alle Stimmen ausgezählt.

In Eutendorf-Ottendorf zählten 18 Mitglieder des Ortswahlausschusses in den drei Wahllokalen Eutendorf, Großaltdorf, Ottendorf die Stimmen aus. Zur Freude von Pfarrerin Annegret Maurer lag die Wahlbeteiligung bei nahezu 30 Prozent. Überglücklich ist auch Pfarrerin Ursula Braxmaier über die Wahlbeteiligung von 28,9 Prozent in Fichtenberg. Weniger Wahlberechtigte beteiligten sich in Oberrot an der Wahl: 23,3 Prozent fanden den Weg zur Urne oder nahmen die Briefwahl in Anspruch. Der Musikverein Oberrot hatte die Bewirtung beim Mittagessen im Wahllokal übernommen, und die Eltern des Kindergartens sorgten für Kaffee und Kuchen. So stärkte der Tag das Gefühl der Zusammengehörigkeit.

Blaufelden / Gerabronn / Rot am See

Auch in Frickenhofen gab es im Gemeindehaus ein Kirchenwahl-Café. Pfarrer Achim Ehring war froh, dass der angekündigte Schnee ausblieb. Das routinierte Team des Ortswahlausschusses konnte die Auszählung der Stimmen, die die 222 Wähler abgegeben hatten, bereits nach stark zwei Stunden abschließen und freute sich über eine Wahlbeteiligung von 30,8 Prozent. Pfarrerin Florentine Wolter wechselte am Wahltag mehrmals zwischen den drei Stimmbezirken Untergröningen, Obergröningen und Schechingen. Über den guten Besuch des Gottesdienstes und des Wahl-Cafés in Untergröningen freute sie sich sehr, ebenso über die Wahlbeteiligung in Untergröningen (26,4 Prozent) und Obergröningen (knapp 30 Prozent).

Hohe Beteiligung bei Älteren

In Schechingen wurde die Wahl dagegen nicht so gut angenommen. Etwas traurig ist Pfarrerin Ursula Wilhelm über die recht geringe Wahlbeteiligung von 16,25 Prozent in Obersontheim, Bühlertann und Markertshofen. Pfarrer Philipp Haas aus Untersontheim beobachtete bei insgesamt ordentlicher Wahlbeteiligung von 26,4 Prozent einen hohen Wähleranteil der über 66-Jährigen und einen eher niedrigen bei den unter 50-Jährigen. Einerseits sieht er dies der demografischen Entwicklung geschuldet, andererseits als ein Zeichen dafür, dass neue Wege gesucht werden müssen, um die Jugend und junge Erwachsene besser anzusprechen.

Die Ergebnisse der Kirchengemeinderatswahlen findet Ihr hier.