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Der 1994 gegründete Verein „Offene Jugendarbeit in Gaildorf“ (OJA) ist aufgelöst. Vorsitzender Wilfried Tiedemann stellt in der letzten Versammlung fest, dass die Ziele der ehrenamtlichen Gruppe erreicht worden seien.

Eine kleine ehrenamtliche Institution, einst für die Jugendarbeit im Zentrum des Limpurger Landes aus der Taufe gehoben, ist Geschichte. Im Rahmen einer Mitgliederversammlung am Dienstagabend in der Mensa im Schulzentrum haben die anwesenden Ehrenamtlichen den Förderverein „Offene Jugendarbeit in Gaildorf“, kurz OJA genannt, aufgelöst. Vorsitzender Wilfried Tiedemann hatte, wie berichtet, diesen letzten Akt beantragt und als einziges Thema auf die Tagesordnung der Versammlung gesetzt.

Die Anfangsphase

Gegründet wurde die OJA am 12. Oktober 1994 „zum Zwecke der Förderung der Offenen Jugendarbeit in Gaildorf“. Zum Ziel gesetzt hatte sich der Verein die „Förderung des öffentlichen Interesses an der offenen Jugendarbeit“, Förderung und Initiierung von Angeboten offener Jugendarbeit, die ideelle, sachliche und materielle Unterstützung von Angeboten, insbesondere solcher, die „aus der Eigeninitiative Jugendlicher entstehen“. Schließlich wurde auch die Förderung kultureller Veranstaltungen für Jugendliche in der Stadt in die Agenda aufgenommen.

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Nachlassendes Interesse

In der abschließenden Versammlung erinnerte Wilfried Tiedemann an die vergangenen Jahre, als der Verein schon einmal kurz vor dem Aus stand. Im März 2015 erlebte das Gremium einen Aufschwung durch junge Mitglieder und Aktionen im Treffpunkt „Kult“. Diese Entwicklung entpuppte sich jedoch als Strohfeuer. Die Aktivitäten, erinnert sich Tiedemann, hätten „nach gut einem Jahr zunehmend nachgelassen“. Auch weil die Resonanz auf die Angebote gering gewesen sei.

Konkret: Das Interesse der Jugendlichen war überschaubar, einige Mitglieder verließen die Stadt, die Aktivitäten des Vereins kamen zum Erliegen. Mit der Folge: Mitgliedsbeiträge wurden nicht mehr eingezogen, und die notwendigen Mitgliederversammlungen kamen nicht mehr zustande.

Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr treffen sich zur Hauptversammlung.

Dies führt Tiedemann auf mehrere Faktoren zurück. Die Jugendarbeit in Gaildorf hat sich durch das Engagement der Stadt zunehmend institutionalisiert, auf der anderen Seite beobachtete der Vorsitzende „eine geringer werdende Bereitschaft, sich im ehrenamtlichen Bereich verbindlich zu engagieren“. Sein Fazit: Der Verein habe „zum großen Teil seine Ziele erreicht“. Jetzt müssten sich „neue Formen der Jugendarbeit etablieren“.

Einstimmiger Beschluss

Und nun der formale Schlusspunkt in Sachen OJA: Der Vorsitzende dankte in seiner letzten Ansprache den anwesenden Mitgliedern und stellte die Beschlussfähigkeit fest; elf der 53 Mitglieder waren anwesend. Und die haben, wie beantragt, einstimmig die Auflösung des Vereins beschlossen.

Zu Liquidatoren wurden an diesem Abend Wilfried Tiedemann und Hans-Peter Rzesnitzek bestimmt. Ein eventuell vorhandenes Restguthaben und Sachvermögen geht dem Beschluss zufolge an die Jugendarbeit der Stadt Gaildorf.

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