In mehreren deutschen Städten haben am Samstag viele tausend Motorradfahrer gegen drohende Fahrverbote protestiert. Laut Polizeiangaben kamen in Stuttgart rund 8000 Motorradfans zusammen. Ihre Rückfahrt führte einzelne Gruppen auch durch das Limpurger Land.

Hintergrund der Proteste ist ein langer Streit über Motorradlärm. Die Bundesländer hatten sich Mitte Mai dafür eingesetzt, dass die Fahrzeuge weniger Lärm verursachen. So sollen die zulässigen Geräusch-Emissionen auf einen Wert begrenzt werden, der in etwa der Lautstärke eines vorbeifahrenden Lkw oder eines Rasenmähers entspricht. Der Bundesrat will zudem beschränkte Motorrad-Fahrverbote an Sonn- und Feiertagen ermöglichen.
Auch im Limpurger Land gibt es dazu immer wieder Diskus-    sionen. So scheint sich die Strecke von Bröckingen nach Rotenhar angesichts des guten Ausbauzustandes und ihrer vielen Kurven zunehmender Beliebtheit zu erfreuen. Auch die Bundesstraße von Gaildorf nach Unterrot und von Bröckingen über Sulzbach nach Laufen und weiter durch das Kochertal ist stark frequentiert – so jedenfalls das subjektive Empfinden von Anwohnern.
Wenngleich sich die Masse der Motorradfahrer an die Regeln hält und auch dafür sorgt, dass die Geräusch-Emissionen im Rahmen bleiben: wenige weniger Einsichtige sorgen dafür,  dass  der Konflikt an Schärfe zunimmt.
Sorge bereitet aber auch die Zahl der Motorradunfälle. Innerhalb von 24 Stunden kam es allein in Gschwend zu zwei schweren Unfällen: Am Samstag gegen 5.20 Uhr war ein 18-jähriger Motorradfahrer auf der Kreisstraße 3249 von Hönig in Richtung Mittelbronn unterwegs, als er – so die Polizei – nach einer langgezogenen Rechtskurve „vermutlich aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit“ nach links auf die Gegenfahrbahn geriet. Eine entgegenkommende Autofahrerin leitete sofort eine Vollbremsung ein und versuchte nach rechts auszuweichen, konnte jedoch einen Zusammenstoß nicht mehr verhindern. Der Motorradfahrer stürzte und zog sich schwere Beinverletzungen zu.
Lebensgefährlich verletzt wurde ein Motorradfahrer am Sonntag gegen 9 Uhr. Ein 62-Jähriger befuhr die K 3251 von Altersberg in Richtung Horlachen. „In einer lang gezogenen Rechtskurve kam er aus bislang ungeklärter Ursache zu Fall und zog sich hierbei lebensgefährliche Verletzungen zu“, so die Polizei in ihrem Bericht. Der Mann musste mit einem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik geflogen werden. Das Verkehrskommissariat Aalen hat die Ermittlungen zum Unfallhergang aufgenommen.
Das Polizeipräsidium Aalen berichtet noch von weiteren Motorradunfällen im Zeitraum von Freitag, 12.30, bis Sonntag, 9 Uhr:
  • Schwer verletzt wird ein 31-Jähriger Motorradfahrer am Freitag gegen 12.30 Uhr in Aalen.  Der hatte an einer Kreuzung anhalten müssen, was ein nachfolgender Autofahrer übersah.  Durch den Zusammenstoß kam der Motorradfahrer zu Fall und wurde vom Auto überrollt.
  • Beim Ausparken vom Fahrbahnrand übersah eine Frau am Freitag gegen 16 Uhr in Rommelshausen ein Motorrad. Durch den Sturz wurden der Motorradfahrer sowie seine Sozia verletzt.
  • Gegen 14.45 Uhr wurde am Samstag ein Motorradfahrer in Backnang schwer verletzt. Der 47-Jährige stand an einer Ampel und fuhr los, als diese auf Grün wechselte. Beim Anfahren verschaltete er sich, wodurch er zu stark beschleunigte. Das Vorderrad hob ab, dadurch stürzte er.
  • Bei Heubach übersah am Samstag gegen 16 Uhr eine Autofahrerin beim Abbiegen einen 49-jährigen Motorradfahrer, es kam zum Zusammenstoß. Wie die Polizei weiter mitteilt, entfernte sich die Frau von der Unfallstelle, obwohl der Mann lebensgefährlich verletzt wurde – sie wurde später ermittelt. Der 49-Jährige wurde mit dem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik gebracht.

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