An der Einmündung der Kerner- in die Gartenstraße in Gaildorf sind die Anwohner genervt vom Straßenlärm, ganz besonders wenn Autofahrer die „Abkürzung“ über den Gehweg nehmen, der in die Gartenstraße hineinragt. Die aufgemalten Linien weisen diesen Bereich als Sperrfläche für Fahrzeuge aller Art aus. Mit Schikanen will die Stadt der Sache nun Herr werden. Mit „Schikanen“ hatte es die Stadt schon vor mehr als 20 Jahren versucht, das Problem zu lösen – und scheiterte.

Rückblende: Es war eine lange Leidenszeit, obgleich in mehreren Etappen gebaut wurde, denn die Stadt erneuerte nicht nur die Straße, sondern verlegte auch gleich alle Ver- und Entsorgungsleitungen samt Hausanschlüssen neu. Im August 1996 war die Seestraße fertiggestellt. Bereits im Dezember 1996 wurde an der Verzweigung Kerner-, Frasch- und Gartenstraße der abschließende Belag aufgebracht.

„Heimliche“ Umgehungsstraße

Damals machte bei den Anwohner ein Gerücht die Runde: Wenn schließlich auch die Gartenstraße bis zur Einmündung an der Karlstraße fertiggestellt sei, dann werde diese Route die „heimliche“ Umgehungsstraße, um die Marktplatzkreuzung zu entlasten. Die im Zuge des Ausbaus – aus Gründen der Förderrichtlinien – geänderten Vorfahrtsregeln an der Koch- und Kanzleistraße ließen die Befürchtungen weiter ins Kraut schießen.

Der damalige Bürgermeister Kurt Engel tat alles, um den Anwohnern und manchem Gemeinderat diese Sorge zu nehmen. Neben dem Tempo 40 kam der „Nase“, die in die Gartenstraße hineinragt, eine größere Bedeutung zu. Diese sollte verhindern, dass eine schnurgerade und schnelle Fahrt aus der Kernerstraße in die Gartenstraße möglich ist.
Es stellte sich aber schnell he­raus, dass auch diese „Nase“ nicht ohne Probleme ist. Für einen normalen Bus mit 12 Meter Länge ist ein Abbiegen ohne Ausschwenken in die Gegenfahrspur nicht möglich. Die Spitze der „Nase“ wurde daraufhin gepflastert. Einige Anwohner freuten sich über den neuen Parkplatz und stellten ihre Wagen dort ab. Die Stadt musste erneut zur Tat schreiten und Streifen für eine Sperrfläche aufbringen. Der Parkplatz war wieder weg, dafür nutzen – so wie es gedacht war – nicht nur Busfahrer diesen Freiraum. Auch manch Autofahrer freute sich über diese „Abkürzung“ – die Curbs in den Kurven der Rennstrecken lassen grüßen. Alles nicht zur Freude der Anwohner.

Gaildorf

Problem nicht bedacht

20 Jahre schien dies, außer für die Anwohner, kein Problem. Nun ist der Ärger aber gewachsen. Zu vernehmen ist: Besonders der Laster-Verkehr in den Morgenstunden wird als störend empfunden. „Schikanen“ wie in der Kanzleistraße verhindern zwar die Abkürzung über die gepflasterte Sperrfläche, alles erinnert aber an die Bemühungen von damals. Das Problem mit den abbiegenden Bussen wurde damals zunächst nicht erkannt. Doch der enge Bogen beim Abbiegen von 1996 ist auch nach mehr als 20 Jahren noch der gleiche enge Bogen.