CDU-Stadtrat Rainer Baumann brachte die Diskussion über die Fahrradstreifen ins Rollen. Er sei zwar auch dafür, dass den Radfahrern nun ein sicherer Streifen zur Verfügung stehe, betonte er in der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses. Er wolle aber über manche Auswirkungen der neuen Markierungen berichten. Da die Schutzstreifen von Autos nur beim Ausweichen oder Einbiegen benutzt werden dürften, bleibe für den Autoverkehr zu wenig Platz bei Gegenverkehr.

Wie zum Beispiel in der Schloss- oder Bahnhofstraße: „Ich muss im Zickzackkurs in der Schloss-Straße in die Innenstadt fahren“, brachte er die Situation auf den Punkt. SPD-Stadträtin Christina Schlögl beobachtete, dass Autofahrer, die von der Schloss-Straße in die Grabenstraße einbiegen wollten, schon ab Mitte der Brücke zum Überholen ansetzten.

In der Schule thematisieren

Sie schlug ein Überholverbotsschild vor. Auch solle in der Schule die veränderte Situation in Gaildorf in die Verkehrserziehung aufgenommen werden.

Bürgermeister Frank Zimmermann berichtete aus eigener Erfahrung, dass er in der Karlstraße weit vor der Marktplatzampel schon böse angeguckt worden sei, weil er nicht ganz rechts fuhr, obwohl dort nur einspurig gefahren werden darf. Im Übrigen stellte der Rathauschef klar, dass die Fahrradstreifen nur zum Ausweichen oder Abbiegen befahren werden dürfen. Für Gaildorf gebe es da keine Sonderregelung. „Wir alle“, so Zimmermann, „stehen vor einem neuen Lernprozess. Und wir wollen eine Willkommenskultur für Radfahrer.“
Was bei Ordnungswidrigkeiten zu tun sei, wollte SPD-Ratsmitglied Martin Frey geklärt wissen. Dafür, so der Bürgermeister, gebe es jetzt ein Formular und das Ordnungsamt entscheide, ob es zu einem Verfahren komme. Allerdings müsse der Antragsteller auf der Rückseite ein Kreuz machen, dass er im Streitfall vor Gericht als Zeuge erscheine. „Wir wollen aber“, gab er zu bedenken, „auf keinen Fall eine Kultur des Anschwärzens in Gaildorf.“ Es solle sich nur „herumsprechen, dass es Regeln gibt“.
Umgehungsstraße Gaildorf Die Planung verzögert sich weiter

Gaildorf

Schikanen gegen Überfahren des Schutzstreifens

Ein weiteres Thema bereitet vor allem den Anliegern an der Einmündung der Kerner- in die Gartenstraße Kummer: „Manchmal klirren bei uns die Gläser, wenn ein Autofahrer über den Schutzstreifen rast“, war aus dem Kreis der Betroffenen zu hören. Abhilfe sollen nun wie in der Kanzleistraße Schikanen schaffen, die das Überfahren des dortigen Schutzstreifens verhindern.