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Europawahl Kreistagswahl
Gaildorf / Klaus Rieder  Uhr
Die Ergebnisse der Europawahl 2019 und der Bundestagswahl 2017 im Vergleich.

Während Gemeinde- oder Kreistagswahl eher Persönlichkeitswahlen sind, geht es bei der Europawahl mehr um Parteien – wie bei der Bundestagswahl. So ist es möglich, Veränderungen in der politischen Stimmung der Bürger in Gaildorf zwischen dem Urnengang vor einer Woche und der Wahl des Bundestages im September 2017 zu erkennen.

Die Zahlen belegen, dass die Wahlbeteiligung geringer ausfällt, wenn es um die Entsendung von Abgeordneten nach Brüssel statt nach Berlin geht. Deutlich wird aber dennoch, dass vom Wahlrecht in den einzelnen Bezirken unterschiedlich Gebrauch gemacht wird.

Wahlbeteiligung 35,6 Prozent

Die Wahlbeteiligung vor einer Woche lag in Gaildorf bei 57,4 Prozent (einschließlich Briefwahl), bei der Bundestagswahl waren es 72,2. Schwächster Stimmbezirk (ohne Briefwahl) in Gaildorf war 2017 – nach der Arwa (51,8) – die Feuerwache mit 52,3 Prozent. Diesmal gaben in der Feuerwache von 1167 Wahlberechtigten nur 415 Bürger ihre Stimme im Wahllokal ab. Das ergibt eine Wahlbeteiligung von gerade noch 35,6 Prozent. Den Höchstwert bei der Wahlbeteiligung in einem Wahllokal gab es diesmal in Eutendorf mit 55,7 Prozent – vor den Wahlbezirken Unterrot (53,0) und Ottendorf (50,6).

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In Ottendorf und Eutendorf offenbart ein Blick auf die Zahlen noch eine andere Auffälligkeit: Im gesamten Wahlkreis Gaildorf kam die AfD nach 15,5 Prozent (2017) nun auf 12,3 und verlor – prozentual gesehen – knapp ein Viertel ihrer Stimmen. Dagegen konnte die Partei ihr Ergebnis in Ottendorf mit 17,3 % (2017: 18,8) und in Eutendorf mit 15,6 % (2017: 15,8) fast halten – in absoluten Zahlen machten in Ottendorf 74 (2017: 105) und in Eutendorf 45 (56) Wähler ihr Kreuzchen bei der AfD.

Im Wahlbezirk Rathaus Gaildorf brachte es die AfD nur auf 5,9 Prozent. Dort konnte die CDU ihr Ergebnis mit 27,5 Prozent (2017: 29.5) fast halten, die Grünen legten aber um sieben Prozent auf nunmehr 20,4 zu und überholten die hier eigentlich starke SPD mit ihren 19,1.

Magere 5 Prozent

Früher konnte sich die FDP in Eutendorf stets besonders guter Ergebnisse erfreuen. Mit mageren 5 Prozent bleibt den Liberalen diesmal nur der fünfte Platz. Platz zwei belegen in Eutendorf die Grünen – wie auch in den Wahlbezirken Rathaus Gaildorf, Gemeindehalle Unterrot, Ottendorf und Großaltdorf. In der Lim­purg­halle, dem Kindergarten Bühl, der Feuerwache und in der Arwa verteidigte die SPD ihren zweiten Platz in der Wählergunst.

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Minus von 1,1 Prozent

Spitzenreiter in allen Gaildorfer Wahlbezirken ist die CDU. Auch halten sich die Verluste der Union gegenüber den Ergebnissen in Bund und Land in Gaildorf eher in Grenzen: 2017 gab es 31,9 Prozent für die CDU, bei der Europawahl waren es nun 30,8. Die Grünen konnten mit 17,96 Prozent (2017: 12,1) auf den zweiten Platz in der Gunst der Gaildorfer vorrücken, was zum Teil wohl auch daran lag, dass im Gegensatz zur Bundestagswahl bei der Europawahl schon ab einem Alter von 16 Jahren gewählt werden darf.

Die Konfirmationen am Wahlsonntag in Ottendorf und Münster hätten vermuten lassen können, dass es mehr Briefwähler geben wird. Dem war nicht so: 11,9 Prozent der Stimmen gingen vorab ein. Bei der Bundestagswahl 2017 waren es 20,5 Prozent. Beide Male lag hier die CDU vorn mit 32,9 und 34,7 (2017).

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