Schüler drücken wieder die Schulbank und das Gaildorfer Rathaus hat geöffnet. Die Einschränkungen und Schließungen um die Verbreitung des Covid-19-Virus einzudämmen, sind landesweit und damit auch in Gaildorf seit einer Woche gelockert worden. Natürlich läuft in Zeiten der Corona-Pandemie noch nicht alles im Normalbetrieb. Aber eine erste Bilanz von Bürgermeister Frank Zimmermann fällt positiv aus. Das gilt weitgehend auch für die Erfahrungen von Parkschul-Rektorin Elke Häußler sowie der Leiterin des Schenk-von-Limpurg-Gymnasiums, Angela Rücker.

Der Bürgermeister sagt im Rückblick: „Ab Montag früh war im Bürgerservice der Stadtverwaltung im Dienstgebäude Marktplatz 9 ein großer Besucherandrang zu verzeichnen. Dennoch haben sich die Wartezeiten mit maximal 15 Minuten in zumutbaren Grenzen gehalten.“ Ordnungsamtschefin Nadine Fischer äußert sich bislang sehr zufrieden: „Der weit überwiegende Anteil der Menschen, der in den letzten Tagen unseren Bürgerservice aufgesucht hat, zeigte sich sehr einsichtig, was die Einhaltung unserer neuen Verhaltensregeln betrifft – auch, was das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckungen anbelangt.“

Bis auf Weiteres werden „etwas verkürzte Öffnungszeiten“ angeboten werden müssen, die, aus Sicht der Stadt, „in den letzten Tagen jedoch ausreichend waren“. Bis auf Weiteres werde auch der städtische Gemeindevollzugsbedienstete Thomas Leipersberger am Eingangsbereich des Bürgerservice mit vor Ort sein, „um bei Unklarheiten und in schwierigen Situationen rasch zum Wohle der Gesundheit aller Besucherinnen und Besucher sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung reagieren zu können“, informiert der Bürgermeister.

Schüler verletzen Regeln

Am Schenk-von-Limpurg-Gymnasium läuft der Unterricht in der Kursstufe zwei in den Prüfungsfächern und in der Kursstufe eins in den Leistungsfächern und im Basisfach Deutsch und Mathematik. Schulleiterin Angela Rücker sagt, die Schule sei „gut mit allem ausgerüstet, was sie für die Einhaltung der Hygienevorschriften braucht“. Sie übt aber auch Kritik: „Wir sind als Schulleitung nicht immer damit zufrieden, wie die Schüler mit den Hygienevorschriften umgehen. Nicht alle halten sich an das Abstandsgebot oder an die Laufwege im Schulhaus und müssen ermahnt werden.“

Ab dem 18. Mai starten die schriftlichen Abiturprüfungen und parallel werde wieder Unterricht für die Kursstufe eins auch in fast allen anderen Fächern stattfinden. Angela Rücker weist auf eine Nachricht des Kultusministeriums hin. Demnach soll nach den Pfingstferien der Unterricht auch für die anderen Klassenstufen wieder stattfinden.

Parkschul-Rektorin Elke Häußler berichtet, dass die Klassen geteilt sind und teilweise in Fachräumen untergebracht werden, „da in den Klassenzimmern wegen der Abstandsregelung nur zehn Schüler Platz finden“. Die einzelnen Gruppen „kommen zeit- und tageversetzt“. Der Fernlernunterricht lief bisher „bei der Mehrheit gut“. Zu Beginn der Corona-Krise seien alle digitalen Medien und Anwendungen erlaubt gewesen. Das habe sich jetzt geändert.

Die Software „Zoom“ dürfe nun nicht mehr für Videokonferenzen eingesetzt werden, was Ernst Jan Schröder vom Staatlichen Schulamt Künzelsau bestätigt. Der Grund: An einem Gymnasium in Freiburg wurde eine Konferenz „gehackt“. Plötzlich liefen pornografische Bilder über den Schirm. Elke Häußler bedauert, dass das Kultusministerium „keine gut funktionierenden und leicht bedienbaren Programme zur Verfügung“ stelle.