Frühlingshaft sonnig ist es auf dem Kieselberg vor den Toren der Stadt Gaildorf. Allerdings ist der neuerliche Kälteeinbruch noch deutlich zu spüren. Die Temperaturen bleiben vorerst einstellig. Und doch steht an diesem Montag auch der Betrieb des dortigen Mineralfreibads im Mittelpunkt des Interesses. Wobei die Vorfreude vieler Badelustigen, vor allem der Stammgäste, dadurch einen Dämpfer bekommt: An eine Öffnung der beliebten Freizeitanlage Anfang Mai ist aus heutiger Sicht nicht zu denken.

Corona-Eindämmung hat oberste Priorität

Für Bürgermeister Frank Zimmermann genießt in diesen Tagen „die Gesundheit unserer Bevölkerung“ oberste Priorität – und zwar „bei allen Entscheidungen“, die er und sein Stab auf dem Rathaus täglich zu treffen haben. Heute gelte es „mehr denn je, die weitere Ausbreitung der Covid-19-Pandemie auch hier bei uns in der Stadt und in unserer Region bestmöglich einzudämmen und zu verlangsamen“.

Kreis Hall

Und das betrifft eben auch das Mineralfreibad auf dem Kieselberg, „das mir als Bürgermeister viel wert ist“, wie Zimmermann in einem offenen Brief an die Bürgerinnen und Bürger schreibt. Die Anlage diene der Gesundheit der Menschen. Hier könnten sich die Badegäste vom Alltagsstress erholen, Sonne tanken, sich sportlich betätigen. Doch in dieser „für uns alle sehr schwierigen Zeit“, in der sich das Coronavirus immer mehr ausbreitet, zähle nur eines: „der bestmögliche Schutz der Gesundheit unserer Bevölkerung“. Jetzt an die Öffnung des Freibads in wenigen Wochen zu denken, widerspreche diesem Gedanken.

Frank Zimmermann wagt nicht, sich den Badebetrieb vorzustellen. Denn ein Freibad bringe Menschen zueinander „und in direkten Kontakt untereinander“. Nämlich an der Kasse, am Kiosk, in den Duschen und Umkleiden, in den Becken, am Sprungturm oder im Kinderplanschbecken.

Derzeit keine Perspektiven für die Öffnung des Freibads

Aus diesem gewichtigen Grund, so der Rathauschef weiter, „können wir unser Mineralfreibad auf dem Kieselberg in diesem Jahr nicht, wie gewohnt, im Mai für Sie öffnen“.

Mit einer solchen Nachricht hatten einige Badegäste bereits gerechnet. Damit aber nicht: Die Stadtverwaltung könne heute noch nicht abschätzen, ob das Freibad zu einem späteren Zeitpunkt im Sommer in Betrieb gehen könne, sagt Zimmermann unter Hinweis auf die Gesundheit aller. Und deshalb werde es bis auf Weiteres auch keinen Vorverkauf von Saisonkarten geben.