Die Veranstaltungsreihe „Gaildorf chillt“ hat sich zu einem festen Bestandteil im jährlichen Veranstaltungskalender der Stadt gemausert. Verschiedene Angebote unter freiem Himmel sollen vor allem Jugendliche dazu verleiten, Zeit in der Natur zu verbringen und sich dabei jenseits der Alltagshektik ein wenig zu entspannen – oder eben zu „chillen“, wenn man es auf Englisch sagen möchte.

Inzwischen hat die Besucherzahl laut Daniel Kuhn die Tausendermarke weit überschritten. Als Leiter unter anderem des Amts für Kultur, Touristik und Stadtmarketing ist er für das Projekt verantwortlich – und dessen schiere Größe, erläutert er in der zurückliegenden Sitzung des Technischen Ausschusses, wirft Fragen auf, nämlich nach der Sicherheit für die Teilnehmer.

Richtiger Weg soll für „Gaildorf chillt“ angelegt werden

Die sieht Kuhn durch zwei Punkte gefährdet: Zum einen ist auf dem Rundweg das Verbindungsstück vom Geologischen Pfad hi­nab zur Wiese und damit zur weiteren Strecke „äußerst gefährlich und für Kinderwägen und Familien nur unter Lebensgefahr nutzbar“, wie es in der Sitzungsvorlage heißt. „Ich habe das selber ausprobiert mit Sohn und Kinderwagen“, erzählt Kuhn den Ausschussmitgliedern, „das ist viel zu rutschig“.

Die Lösung, die die Verwaltung hierfür vorschlägt: Der Abschnitt soll befestigt, ein richtiger Weg angelegt werden. Darüber würde sich auch die Forstverwaltung freuen, denn die Arbeiter im Stadtwald würden durch diese Verbindung bei ihrer Arbeit eine Menge Zeit sparen. Bei einem gemeinsamen Ortstermin mit der Forstverwaltung kam man zu dem Ergebnis, dass ein 150 Meter langer befestigter Weg ausreichen würde. Der kostet rund 25.000 Euro, wovon die Forst BW die Hälfte als Förderzuschuss tragen würde. Der Technische Ausschuss stimmte dem einstimmig zu.

Fornsbach

Ein zweites Problem, das „Gaildorf chillt“ unsicher macht, ist der Eichenprozessionsspinner: Die Brennhaare der unliebsamen Raupe können bei manchen Menschen schwere allergische Reaktionen hervorrufen. Gerade bei Großveranstaltungen unter Bäumen ist das ein Horrorszenario. Um nicht präventiv Eichen fällen zu müssen, schlägt die Stadtverwaltung vor, ein Mittel namens Neem-Protect auf den Eichenstämmen aufzubringen. Eine Spezialfirma würde dies übernehmen. Das biologische Mittel aus Margosa-Extrakt hindert die Raupen daran, auf die Bäume zu klettern. Nicht nur rund um „Gaildorf chillt“, sondern auch an den Bäumen in der Nähe von Schulen und Kindergärten soll es zur Anwendung kommen. Diese Methode finde auch die Zustimmung von Revierförster David Beißwenger, erklärt Daniel Kuhn. Denn so können sich die Bäume von dem Schädling erholen, statt immer wieder aufs Neue die Blätter abgefressen zu bekommen.

Info


„Gaildorf chillt“ findet dieses Jahr am 17. Mai sowie am 29. September statt.