Gaildorf / Manfred Zeiler  Uhr
Die Gaildorfer Bürgerstiftung unterstützt mehrere Projekte an den heimischen Schulen. Insgesamt werden fast 15.000 Euro ausgeschüttet.

Ehe der Stiftungsrat der Gaildorfer Bürgerstiftung bei seiner ersten Sitzung des Jahres über Förderanträge entscheiden konnte, ging es um personelle Änderungen. Martin Zecha war bislang als Vertreter der SPD-Fraktion im Rat. Nach seinem Ausstieg als Kommunalpolitiker wurde er vom Gemeinderat als ordentlicher Stiftungsrat bestellt.

Das Gremium setzt sich nun wie folgt zusammen: Bürgermeister Frank Zimmermann ist Vorsitzender. Aus den Reihen des Gemeinderates wurden Margarete John (SPD), Günther Kubin (CDU) und Ulrich Stahl (FWV) bestellt. Die Bürger werden vertreten durch Katrin Singer, Gerhard Schick und Martin Zecha.

Auf der Tagesordnung standen anschließend wieder die Förderprojekte der Gaildorfer Schulen – im Folgenden ein Überblick:

Parkschule: Rektorin Elke Häußler informierte über die bereits in die Wege geleiteten und abgeschlossenen Projekte. Die Partnerschaft mit Budajenö verläuft weiterhin aktiv. Die Bläsergruppe absolvierte ihr Probenwochenende in der Jugendherberge in Hall und schloss es mit einem Konzert auf dem Marktplatz ab. Der Workshop der Schulband wird im September angeboten, ebenso die Sprachreise nach England, für die die Flüge bereits gebucht sind.

Neu vorgestellt wurde ein Zirkusprojekt, bei dem die Grundschüler selbst Artisten sind. Da das Projekt integrativ und vertrauensbildend ist, beantragte Elke Häußler einen Zuschuss. Der Rat war vom Projekt überzeugt und genehmigte 1000 Euro.

Dem NABU ist der Nachweis der überaus seltenen Mopsfledermaus bei Murrhardt gelungen.

Schloss-Realschule: Schul­leiter Matthias Last berichtete über die Austauschprogramme. Sowohl ungarische als auch indische Schüler waren kürzlich zu Gast. Das Kollegium steht voll hinter den Austauschprogrammen, sodass Unregelmäßigkeiten beim Unterricht während dieser Wochen eine untergeordnete Rolle spielten.

Die Eltern waren von den ungarischen Schülern begeistert und es herrschte eine große Harmonie beim Austauschprogramm. Die indischen Schüler freuen sich auf den Gegenbesuch ihrer Gastgeber. Viele Kontakte zwischen ehemaligen Austauschpartnern bestehen immer noch. An den beiden Plätzen für die Sprachreisen im September herrschte an der Realschule wieder großes Interesse.

Für das Kletterprojekt, das für alle neuen Fünftklässler auf dem Programm steht, beantragte Matthias Last Zuschüsse, um die Ausrüstung zu erneuern und die Kosten der Fahrt in die Kletterhalle zu senken. Diesem Antrag wurde stattgegeben und es werden 1500 Euro zur Verfügung gestellt.

Schenk-von-Limpurg-Gymnasium: Schulleiterin Angela Rücker berichtete über die laufenden Projekte im sprachlichen Bereich. Am Austausch mit China wird weiterhin gearbeitet. Im Sommer steht der nächste Schritt der Kooperation mit Tansania an und die Stipendiaten für das Programm mit den USA stehen fest – ebenso die Sprachschüler, die wiederum nach Montpellier und Cambridge dürfen.

Am Gymnasium ist der Aufbau einer Bläserklasse in Zusammenarbeit mit der Stadtkapelle geplant. Die Resonanz bei den Eltern sei sehr gut, sodass die Klasse bereits im neuen Schuljahr zustande kommen kann. Für Instrumentenanschaffungen beantragte sie 10.000 Euro, die auch unter der Auflage genehmigt wurden, dass das Projekt im Sinne der Stiftung und ihrer Satzung abläuft.

Für die Berufsorientierung und Persönlichkeitsentwicklung soll ein Seminar für zwölf Schüler der zehnten Klasse angeboten werden. Die Kosten für jeden Teilnehmer sind relativ hoch, weshalb Angela Rücker einen Antrag für einen Zuschuss stellte. Nach intensiver Diskussion wurde der Antrag vorerst zurückgestellt, denn der Stiftungsrat fragte sich, warum nur zwölf Schüler und nicht alle Zehntklässler gefördert werden sollen. Die Schulleitung soll zu Kosten und Durchführbarkeit zusätzliche Informationen liefern.

Irmgard Stadelmaier pflegt das Grab des 1945 bei Hohenberg getöteten Soldaten Alfred Scheffler.

Peter-Härtling-Schule: Schulleiterin Christine Sterner möchte das Präventionskonzept „Waldläufer“ für alle Schüler der Peter-Härtling-Schule wie auch der Grundschule Eutendorf-­Ottendorf weiterführen. Dafür bekommt sie einen Zuschuss von 1250 Euro.

Bühläckerschule Unterrot: Rektorin Martina Dreher stellte zuerst die Erfahrungen der Fahrt zum Landesgymnasium für Hochbegabte in Schwäbisch Gmünd vor. Die Grundschüler nahmen an Projekten mit den dortigen Schülern teil und profitierten sehr davon. Um in diesem Sinne das Thema Naturwissenschaften zu fördern, wurde für die Fahrt zur Experimenta nach Heilbronn ein Zuschuss beantragt.

Die Schüler planen zudem die Aufführung des Musicals „Geschöpf der Nacht“ in Kooperation mit der Musikschule Schwäbischer Wald. Ein Zuschuss soll die Kosten für Technik, Bühne und Kostüme decken. Beiden Anträgen standen die Ratsmitglieder aufgeschlossen und positiv gegenüber. Sie schütteten für jedes Projekt 1000 Euro aus.

Die Schulleitungen aller Gaildorfer Schulen und ihre Kollegien entwickeln immer neue Ideen, um die Persönlichkeit der Schüler zu stärken, Vertrauen zu schaffen, Integration zu unterstützen und sie außerunterrichtlich kognitiv zu fördern. Sie alle danken dem Stiftungsrat für die Möglichkeiten, die sie durch die „Finanzspritzen“ haben.

Das Vermögen der Bürgerstiftung beläuft sich auf knapp 2,1 Millionen Euro. Dank der jährlichen zusätzlichen Unterstützung von Familie Schick – sie hat auch für das nächste Jahr ihre Hilfe zugesagt – können alle zurzeit laufenden Projekte an den Gaildorfer Schulen weiter geplant und umgesetzt werden. Der Stiftungsrat würde sich über weitere Spenden aus der Bürgerschaft freuen. Schon ein Kleinbetrag helfe, Kindern und Jugendlichen Möglichkeiten zu bieten, die sie sonst vielleicht nie hätten.

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