Mit dem Bebauungsplan „Paul-Stephan-Park“ möchte der Gaildorfer Gemeinderat in prominenter Innenstadtlage ein Stück Zukunft schaffen. Wo bis vor Kurzem noch große Holzbauteile geplant und produziert wurden, soll das gesamte, an der Gartenstraße gelegene Areal neu geordnet werden. Konkret plant die Stadt die Ansiedlung eines Fach- und Gartenmarktes im östlichen Teil. Im westlichen Gebiet soll ein Lebensmittel-Vollsortimenter neu gebaut werden. In diesem Bereich ist auch vorgesehen, ein Mehrfamilienhaus mit 30 Wohneinheiten zu errichten. Auf einem großen Parkplatz können dann auch bis zu 180 Fahrzeuge abgestellt werden.

Stadt will Chance bei Industriebrache nutzen

„Da sich das Areal in städtebaulich prominenter Lage am Rande der Innenstadt befindet, und der Eigentümer eine höherwertige Nutzung realisieren möchte“, sei die Aufstellung eines Bebauungsplanes erforderlich, so die Position der Gaildorfer Stadtverwaltung. Gleichzeitig möchte man im Rathaus damit auch „städtebaulichen Missständen“ vorbeugen und Fehlentwicklungen verhindern. Aus diesem Grund wird es erforderlich sein, mit dem Investor einen städtebaulichen Vertrag abzuschließen. Derzeit ist das Gelände im Besitz der Firma Züblin/Strabag. Für Heinrich Reh (FWV) besteht durch das Projekt die Möglichkeit zu verhindern, dass „eine Industriebrache dauerhaft zu einem Speditionslager wird“. Es gelte, diese Chance zu nutzen, nachdem man vor rund zehn Jahren mit dem Projekt Münstermühle auf den Bauch gefallen sei. Reh störte sich allerdings am Projektnamen „Paul-Stephan-Park“ nach dem unschönen Ende eines einst florierenden und am Markt gut etablierten Holzbauunternehmens. Die Firma Züblin hatte sich als neuer Eigentümer dafür entschieden, den Produktionsstandort Gaildorf aufzugeben. Dadurch gingen viele Arbeitsplätze verloren.

Gaildorf

SPD-Fraktion begrüßt Mehrfamilienhaus-Konzept

Margarete John (SPD/aktive Bürger) begrüßt das Vorhaben. Sie mahnte an, dass Gaildorf günstigen Wohnraum benötigt. Ihre Fraktion freue sich, „dass in Gaildorf nun einige Projekte mit Geschosswohnbau schneller in die Pipeline kommen als gedacht“.

Fraktionsübergreifend gab es nach einer kurzen Debatte Zustimmung für den Vorschlag der Verwaltung, das Planverfahren einzuleiten. Der konkrete Planungsauftrag soll nach Vorliegen der Kostenübernahmevereinbarung an das Mutlanger Inge­ni­eurbüro LK & P vergeben werden. Der Beschluss fiel einstimmig. Das gilt auch für die frühzeitige Beteiligung von Behörden und der Öffentlichkeit an dem Projekt.