Projekt Gaildorf blüht und summt

Schön und wertvoll ist die Blumenwiese vor dem Rathaus. Bürgermeister Frank Zimmermann dankt den Beteiligten für die Unterstützung bei der Umsetzung und Gestaltung. Das Bild zeigt (von links) den Vorsitzenden des Gaildorfer Bezirksimkervereins, Kurt Schukraft, Bürgermeister Frank Zimmermann, Bienenzüchter-Vizevorstand Braxmeier, Imker Martin Bohn sowie Verena Geiger und Martin Zecha von der Interessengemeinschaft Kunst Gaildorf.
Schön und wertvoll ist die Blumenwiese vor dem Rathaus. Bürgermeister Frank Zimmermann dankt den Beteiligten für die Unterstützung bei der Umsetzung und Gestaltung. Das Bild zeigt (von links) den Vorsitzenden des Gaildorfer Bezirksimkervereins, Kurt Schukraft, Bürgermeister Frank Zimmermann, Bienenzüchter-Vizevorstand Braxmeier, Imker Martin Bohn sowie Verena Geiger und Martin Zecha von der Interessengemeinschaft Kunst Gaildorf. © Foto: Sunni Herzog
Gaildorf / Von Sunni Herzog 25.07.2017

Beobachtet man heutzutage die vielen Blumenwiesen in und um Gaildorf, gibt es so allerlei Insekten und Flugtierchen zu entdecken. Besonders viele Bienen und Hummeln können beobachtet werden. Nicht umsonst hat der Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald das Jahr 2017 zum Bienenjahr ernannt. „Stirbt die Biene, hat der Mensch noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, kein Mensch mehr“, so einst Albert Einstein. Noch könnte man diese Aussage in Zeiten unseres Wohlstandes belächeln. Werden aber die reellen Fakten beleuchtet, wird klar, dass er Recht behalten könnte, wenn dieses wichtige Lebewesen nicht schnell unterstützt wird.

Im Jahr 2006 wurde das Phänomen des Bienensterbens erstmals in den USA beobachtet. Bienenvölker verschwanden einfach. Im Frühjahr 2008 starben beispielsweise auch zehntausende Bienenvölker in Baden-Württemberg. Beim Phänomen des „Bienenvolk-Kollaps“ verlassen die flugfähigen Bienen den Stock und die Völker lösen sich auf. Von den deutschen Wildbienenarten ist bereits die Hälfte vom Aussterben bedroht. Ebenso geht die Zahl der Honigbienenvölker zurück.

Schätzungsweise gibt es mehr als 20 000 Bienenarten weltweit. In Deutschland sind rund 550 heimisch. Dazu gehört die Honigbiene. Diese zeigt auf, dass Bienen unverzichtbar für die Ökosysteme sind. Eine einzelne Honigbiene kann bis zu 4400 Blüten pro Tag bestäuben, die Pelzbiene schafft mit 8800 Blüten sogar doppelt so viele. Schätzungen zufolge werden von den 100 Pflanzenarten, die über 90 Prozent der menschlichen Ernährung sicherstellen, 71 von Bienen bestäubt. In Europa zählen dazu 84 Prozent von 4000 Gemüsearten und 264 Getreidearten, deren Ertrag zudem bis zu fünfmal höher ist als bei den Arten, die ohne Insekten auskommen.

Ungemein nützlich

Hierzulande bestäuben die Bienen rund 80 Prozent der Nutz- und Wildpflanzen von der Karotte über die Tomate bis hin zum Klee. Das macht die Biene zu einem wichtigen Nutztier. Das Umweltbundesamt bewertet sie sogar als drittwichtigstes Nutztier nach Rind und Schwein. In Teilen Chinas sind die Bienen bereits komplett verschwunden. Die Menschen müssen dort deren Arbeit übernehmen und die Blüten von Hand bestäuben.

Neben der wichtigen Tätigkeit des Bestäubens für das Ökosystem, welche auch zum ökonomischen Profit führen, ist die Biene Honiglieferant. Jeder Deutsche konsumiert pro Jahr im Schnitt ein Kilogramm Honig. Mit den rund 750 000 Bienenvölkern in der Republik können die heimischen Imker diesen Bedarf lediglich zu 20 Prozent decken. Der Rest wird aus anderen Staaten innerhalb und außerhalb der EU importiert, informiert das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit.

„Bereits im letzten Jahr haben wir vermehrt Bienenweiden sähen lassen“, berichtet Bürgermeister Frank Zimmermann. Die Flächen zur Unterstützung der fleißigen Insekten wurden in diesem Jahr ausgeweitet. Bei der Gaildorfer Bürgerschaft seien die farbenfrohen Flächen auf große Zustimmung gestoßen.

Im Frühjahr wurde im Gaildorfer Schlosspark ebenfalls eine Blütenweide angelegt. Mittlerweile erstrahlt diese in ihrer vollen Pracht. Letzte Woche wurde die Fläche um einen Bienenstock von Martin Bohn ergänzt. Als Schmankerl ziert das Stückchen Blütenidyll seit Dienstagabend handbemalte Holzdekorationsobjekte von Martin Zecha und Verena Geiger der IG Kunst aus Gaildorf. Eine Infotafel wurde ebenfalls installiert. Im Rahmen der baden-württembergischen Nachhaltigkeitstage wurden Insektenhotels gebaut. Eine dieser Behausungen wurde unweit der Blumenwiese an einen Baum vor dem Rathaus für weitere nützliche Kleintiere montiert.

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