Die Stadt Gaildorf und die Kommunen Sulzbach­-Laufen, Oberrot und Fichtenberg arbeiten im Gemeindeverwaltungsverband Limpurger Land zusammen. In der Praxis geschieht dies zum Beispiel in der gemeinsamen Projektierung und Abwicklung von Tiefbauvorhaben, der Unterhaltung von Wegen oder im Fall der Stadt Gaildorf durch die Leitung der technischen Betriebe. Organisatorisch kümmert sich das Verbandsbauamt Limpurger Land unter der Regie von Verbandsbaumeister Manfred Sonner um viele dieser Aufgaben.

Frühzeitig umgestellt

Natürlich gibt es im Verwaltungsverband auch ein Rechnungswesen. Dieses steht unter Leitung von Werner Ensle, der parallel dazu im Gaildorfer Rathaus für die Stadtkasse verantwortlich ist. Schon recht frühzeitig hat der Verband auf das neue kommunale Rechnungswesen umgestellt, das den Vorgaben der Wirtschaft angepasst wurde und sich nicht mehr an der traditionellen Kameralistik orientiert. Für die Umsetzung war es erforderlich, dass eine Eröffnungsbilanz erstellt wird. Diese hatten die Verbandsmitglieder bei ihrer Versammlung am Donnerstagabend im neuen Feuerwehrmagazin in Sulzbach-Laufen abzusegnen. Der Vorgang an sich war innerhalb einer Viertelstunde erledigt und nur eine Formalie. Wesentlich interessanter waren die von Verbandsrechner Werner Ensle auf drei Seiten präsentierten Details.

Die offenbarten, dass im Gemeindeverwaltungsverband Limpurger Land jeder Euro zweimal umgedreht wird. So taucht in der Position Sachvermögen Fahrzeuge ein Vehikel auf, das zum 1. Januar 2017 noch einen Buchwert von 641 Euro hatte. Das Auto wurde über einen Zeitraum von zehn Jahren abgeschrieben. Zum Bilanzzeitpunkt hätte ein mittlerer Kratzer das Vehikel als wirtschaftlichen Totalschaden erledigt. Das 641-Euro-Auto wurde mittlerweile durch einen neuen Fiat ersetzt. Zwar kein Old-, aber ein echter Youngtimer gehört noch zur Flotte des Verwaltungsverbandes.

Sulzbach-Laufen

Dienstwagen rollt noch immer

Der Polo mit dem Kennzeichen „SHA BS 99“ wurde 1999 beschafft. Die Buchstaben BS stehen für Berthold Sipple. Der frühere Leiter der technischen Betriebe der Stadt Gaildorf wurde 2014 in den Ruhestand verabschiedet. Sein Dienstwagen rollt noch immer. Ähnlich altgedient sieht es in den Amtsstuben mit der Büroeinrichtung aus. Deren Abschreibungsdauer bezifferte Werner Ensle auf 17 Jahre. In diesem Zeitraum ist ein Bürostuhl schon mehrfach durchgesessen. Zu den größeren Werten in der Bilanz zählen Anschaffungen wie ein in den Jahren 2015 und 2016 gekauftes Vermessungsgerät. Der Restbuchwert für das System beträgt noch respektable 41.755 Euro. Auch die vom Verbandsbauamt verwendete Software hat noch einen Restbuchwert von rund 5600 Euro. Mit einem Eigenkapital von rund 11.000 Euro kommt der Verband finanziell eher schwach auf der Brust daher.