Spannend bleibt die weitere Planung in und um das Wahrzeichen der Stadt Gaildorf. Dieser Teil der Innenstadt wird in naher Zukunft ein neues Gesicht bekommen. Tradition und Moderne sollen hier behutsam miteinander verwoben werden. Kern des Konzepts sind der Erhalt des streng denkmalgeschützten Schloss-Ensembles und dessen weitere Nutzung als kultureller Mittelpunkt der Stadt.

Um diesen Charakter zu unterstreichen, wird die Umgebung in die weitere Planung miteinbezogen. Vor wenigen Jahren hatte die Stadt das im Denkmalsanierungsprogramm „Altes Schloss“ ausgewiesene Gebiet erweitert und nun – durch den Gemeinderat abgesegnet – um weitere Flächen ergänzt. Dadurch sollen die bisher durch die Grabenstraße getrennten Areale verbunden werden. Hintergrund ist vor allem die geplante Bebauung im Bereich Ziegelrain und die grundlegende Neugestaltung der unmittelbaren Umgebung des Schlosses.

Das Sanierungsprogramm läuft nun seit dem Jahr 2010, die Laufzeit ist auf Ende April 2021 verlängert. Aus diesem Programm stehen 2,9 Millionen Euro an Fördermitteln zur Verfügung, wovon 1,456 Millionen Euro für entsprechende Baumaßnahmen bereits abgerufen sind.

Programm soll erweitert werden

Derzeit können noch Fördermittel in Höhe von 1,44 Millionen Euro verbaut werden, wie aus dem Arbeitspapier der Stadtverwaltung hervorgeht. Eine weitere Aufstockung in Höhe von 1,36 Millionen Euro – also eine Erhöhung des Förderrahmens um 2,27 Millionen – ist für das kommende Jahr geplant.

Eines der laufenden Projekte im Schloss ist der im Frühjahr begonnene Einbau einer Hausmeisterwohnung. Aktuell laufen auch die weiteren Planungen und Abstimmungen für den Ausbau und die barrierefreie Erschließung des nordwestlichen Gebäudetrakts. Hier sollen, wie berichtet, neue Räume für die IG Kunst und das Stadtmuseum geschaffen werden. Dieses Projekt ist notwendig geworden, weil der Ostflügel aus statischen Gründen nicht mehr für eine Nutzung mit viel Publikum zur Verfügung stehen kann.

Mit dem Einbau eines Aufzugs im Nordbau sollen Dürnitz, Wurmbrandsaal, Trausaal (Weißer Saal) und der Bereich mit den Vereinsräumen problemlos zugänglich werden. Die Verwaltung will noch in diesem Jahr die konkreten Planungen nebst vorläufiger Kostenkalkulation dem Gemeinderat präsentieren.

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Statische Probleme

Was die Zukunft des museal und als Galerie genutzten Ostbaus anbelangt, herrscht noch Unklarheit. Fest steht nur, dass bei moderater Sanierung eine Nutzung wie bisher nicht mehr möglich ist. Es sei denn, die Stadt investiert weitere Millionen, um die dann nötige statische Sicherheit gewährleisten zu können. Der Würzburger Statiker Bernd Hußenöder hatte im April dem Gemeinderat die Ergebnisse seiner Untersuchungen erläutert.

Ostflügel: Nutzung offen

Und entsprechende Maßnahmen empfohlen. Die dringendsten sollen 2020 angepackt werden: der Einbau zweier Stützen und eines Abdichtbands zwischen zwei Gebäudetrakten. Weitere Schritte sollen zurückgestellt werden – so lange, „bis bekannt ist, welcher Nutzung dieser Teil zugeführt wird und entsprechende Fördermittel wieder zur Verfügung stehen“, wie es im Verwaltungsbericht heißt.

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