Sogar der Schirmherr der Gaildorfer Motocross-Veranstaltung war zuletzt nicht zu bremsen. Der Bundestagsabgeordnete Christian von Stetten machte beim Empfang für die Sponsoren keinen Hehl aus seiner Begeisterung für diesen Sport und dem, was er in Gaildorf schon miterleben durfte. „Das mit der WM würde ich schon noch einmal hier sehen. Wenn die Stadt und die Sponsoren dazu beitragen, wird das auch machbar sein“, so der Politiker. Dem kann Michael Saur nur zustimmen. Der Vorstand Sport beim ADAC Württemberg erklärte: „Auch ich muss sagen, ein WM-Lauf wäre mal wieder schön.“ Die Begeisterung für das Thema Motocross-Weltmeisterschaft (MXGP) teilt man sicher auch beim Motorsportclub Gaildorf. Schließlich hat man damit Erfahrungen – allerdings nicht nur Gute. Wie Sven Wolpert, Co-Vorstand neben Ralf Schweda, erklärt, sieht man ein finanzielles Risiko. Zu den erheblichen Lizenzkosten würden sich noch andere Ausgaben wie die DMSB-Gebühr, Versicherungen und Steuern addieren.

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Keine Akzeptanz

Eine Refinanzierung über die Eintrittsgelder in Höhe von 60 bis 80 Euro je Person, wie das in der MXGP durchaus üblich ist, sei fraglich. „Das wird bei uns nicht so laufen wie in den Motocross-Hochburgen Frankreich, Holland oder Belgien“, ist Wolpert überzeugt. Die Ausrichtung eines WM-Rennens würde ein „extremes Risiko“ bergen und käme für den Verein einer finanziellen „Harakiri-Aktion“ gleich.

Im Vorstand des MSC Gaildorf kann man mit dem „ADAC MX Masters-Paket“ gut leben. „Das ist für uns aktuell von den Anforderungen und der Populärität her ein sehr guter Kompromiss“, so Wolpert. Das gilt vor allem, wenn, wie dieses Jahr, populäre Gaststarter aus der Weltmeisterschaft auf der „Wacht“ mitfahren. In die Zukunft geblickt, so der MSC-Vorstand, „könnte die ADAC-MX-Masters-Serie weiter an Popularität gewinnen, da sie mittlerweile auch im Free-TV bei Sport 1 präsent ist“.

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Wie kann dann ein Verein wie der MSC Teutschenthal ein MXGP ausrichten? Die Motorsportler aus Sachsen-Anhalt profitieren unter anderem von einer Direktvergabe von Geldern aus der staatlichen Lottogesellschaft. Laut Astrid Wessler von Sachsen-Anhalt-Lotto seien jährlich fünf bis sieben Millionen Euro im Topf, die für 350 bis 380 Projekte ausgeschüttet werden. Wessler weist darauf hin, dass Sachsen-Anhalt das einzige Bundesland in Deutschland sei, das diese Direktvergabe praktiziere.

„Bei der Förderung in Sachsen-Anhalt durch die dortige Lotteriegesellschaft handelt es sich nicht um eine Sponsoring-Maßnahme des Unternehmens, sondern um Erträge aus den Lotterien, die für das Allgemeinwohl eingesetzt werden“, erklärt Judith Knappe von der Staatlichen Toto-Lotto GmbH in Stuttgart. Die Verwendung der Lottomittel werde in den Bundesländern unterschiedlich gehandhabt. „Die Mittel, die von Lotto Baden-Württemberg als staatliche Lotterie in den Wettmittelfonds des Landes zur Förderung von Sport, Kunst und Kultur, Denkmalpflege und Sozialem fließen, werden von den Fachministerien verteilt. Die Ministerien legen die Kriterien zur Verteilung der insgesamt rund 132 Millionen Euro im Jahr fest“, erläutert sie die Details des Prozederes.

Nur minimale Unterstützung

Was die Sponsoring-Maßnahmen als Unternehmen angehe, habe es bei Lotto Baden-Württemberg in den vergangenen Jahren auch Anfragen des MSC Gaildorf gegeben. „Zuletzt konnten wir die Veranstaltung nur im kleineren Rahmen unterstützen“, so Knappe. Grundsätzlich bestehe die Möglichkeit, sich bei Lotto Baden-Württemberg um ein Sponsoring nach dem Prinzip Leistung-Gegenleistung zu bewerben. Die Kriterien dafür „müssen natürlich individuell und von Projekt zu Projekt bewertet werden, darüber lässt sich keine pauschale Aussage treffen“, so die Auskunft aus der Stuttgarter Nordbahnhofstraße.

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