Unterrot Für jede Familie einen Sack Reis

Unterrot / CORNELIA KAUFHOLD 16.12.2013
Ihre Wäsche wird im Fluss gewaschen, in den die Kanalisation mündet. Sie leben in kleinen Hütten, die der Taifun endgültig weg gefegt hat. Fotos von den Philippinen haben die Bühläckerschüler beeindruckt.

20 Tonnen Trapezblech hat die Firma Maas aus Ilshofen dem Verein Help - wir helfen angeboten, eine Direkthilfe für die Philippinen. Eine Herausforderung für Heinz Zeisberger und seine Vorstandskollegen von Help. Denn wo wird das Material auf den Philippinen benötigt, in welchen Formaten, wie wird es vor Ort transportiert, wie kriegt er das Blech durch den Zoll? Er hat Kontakt zur philippinischen Botschaft aufgenommen - und er hat einen Trumpf in der Hand: zuverlässige Ansprechpartner vor Ort. Unmittelbar nach Bekanntwerden der Taifunkatastrophe hat Help sie kontaktiert, die Katastrophenhilfe gestartet.

Bei Spenden ist Transparenz wichtig – auch für Kinder

Vor gut zwei Wochen erreichte Help ein Erfahrungsbericht von den Ärzten auf den Philippinen. Jede Familie der Einsatzkräfte in den Krankenhäusern im Katastrophengebiet erhielt schon mal einen Sack Reis, schreiben sie. Der reicht einer Familie für zirka sechs Wochen, sagt Heinz Zeisberger. Für die zirka 80 Bühläckerschüler hat er eine Diaschau zusammengestellt, der selbst die Erstklässler über eine Stunde ruhig hält. Rektorin Martina Dreher und ihrem Kollegium ist wichtig, dem Empfänger vertrauen zu können. "Wir möchten Transparenz", sagt sie. "Die Kinder sollten ganz konkret wissen, wer ihre Spenden bekommt und welchen Menschen sie wie helfen können."

In den vergangenen vier Wochen haben die Bühläckerschüler Geld für die Taifunopfer gesammelt. Die Kleinen machten einen kleinen Flohmarkt in der Schule und verkauften Kuscheltiere und Spiele, die Dritt- und Viertklässler verdienten mit Tätigkeitsgutscheinen Geld. Markus und Sophie zum Beispiel haben für jeweils 2 Euro gekocht und Holz geholt, 10 Euro haben die beiden gespendet. Johanna hat ein Pferd ausgeritten und gründlich geputzt und 15 Euro kassiert. Dass sie mit dem Geld jemandem helfen kann, findet sie "toll". Leticia hat für 20 Euro zu Hause täglich den Esstisch ab- und die Spülmaschine ausgeräumt, Bade- und Schlafzimmer sauber gemacht. Andre hat für seinen Opa Holz gestapelt und für die Oma Geschirr abgespült. Die beiden gaben ihm acht Euro. Leas Opa war besonders großzügig. Er gab 20 Euro fürs Werkstatt kehren. Neben den Bühläckerschülern haben auch die Schüler der anderen Gaildorfer Schulen auf unterschiedlichste Art Spenden gesammelt. Es soll diese Woche Help übergeben werden.

Erster Bericht über die Katastrophenhilfe auf den Philippinen
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