Aktionstag Für eine atomwaffenfreie Welt

Bürgermeister verschiedener Städte engagieren sich für den Frieden.
Bürgermeister verschiedener Städte engagieren sich für den Frieden. © Foto: Privat
Ostalbkreis / Angelika Wagner 07.07.2018

In mehr als 270 Städten werden Bürgermeister am Sonntag die Flagge des weltweiten Bündnisses „Mayors for Peace“ hissen. Sie symbolisiert den Einsatz des Netzwerks für eine friedliche Welt ohne Atomwaffen. Im Ostalbkreis gehören Aalen, Abtsgmünd, Adelmannsfelden, Böbingen, Ellwangen, Mutlangen, Mögglingen, Schwäbisch Gmünd und Waldstetten zu den Flaggenstädten. Der Ostalbkreis organisiert eine gemeinsame Aktion.

In diesem Jahr appellieren die Bürgermeister für den Frieden mit der Aktion überdies an die Atommächte und weitere Staaten der Weltgemeinschaft, den im Juli 2017 von den Vereinten Nationen verabschiedeten Atomwaffenverbotsvertrag zu unterzeichnen.

Oberbürgermeister Stefan Schostok aus Hannover, der deutschen „Lead City“ des Bündnisses, erklärt: „Es ist das große Anliegen der Überlebenden der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki, die Atommächte und weitere Staaten aufzufordern, dem Vertragswerk beizutreten. Wir, die Bürgermeister für den Frieden, unterstützen mit dem Hissen unserer gemeinsamen Flagge diesen Wunsch.“

Aktuell schätzt das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri, dass neun Staaten – die USA, Russland, Großbritannien, Frankreich, China, Indien, Pakistan, Israel und Nordkorea – zurzeit zusammen etwa 14 465 Atomwaffen besitzen. Das sind zwar 470 weniger als im Vorjahr, doch alle Staaten, die über Atomwaffen verfügen, haben entweder begonnen, sie zu modernisieren oder langfristige Programme dafür angekündigt, so das Institut.

Der Flaggentag erinnert an ein Rechtsgutachten des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag, das am 8. Juli 1996 veröffentlicht wurde. Der Gerichtshof sagte einstimmig, dass die Atomwaffenstaaten verpflichtet sind, nach Artikel 6 des 1968 geschlossenen Nichtverbreitungsvertrages (NPT) in redlicher Absicht Verhandlungen zur Abschaffung von Atomwaffen zu führen und die Atomwaffen auch tatsächlich abzuschaffen.

Zwei Aktionen zum Flaggentag gibt es im Ostalbkreis in Zusammenarbeit mit der Friedenswerkstatt Mutlangen: In Schwäbisch Gmünd am 9. Juli um 14 Uhr mit Oberbürgermeister Richard Arnold und Teilnehmern des Internationalen Workcamps; in Aalen am 10. Juli um 14 Uhr mit Landrat Klaus Pavel, Bürgermeistern und Kreisräten des Ostalbkreises.

Der Ostalbkreis ist mit seinen zehn Flaggen nach der Bundeshauptstadt Berlin, wo an allen zwölf Bezirksrathäusern die „Mayors for Peace“-Flagge weht, das Gebiet mit der größten Zahl an Flaggen. Die Stationierung der nuklearen Pershing-II-Raketen in den 80er-Jahren hat sicher zu diesem hohen Engagement beigetragen.

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