Schwäbisch Gmünd Frühwarnsystem bei drohendem Wohnungsverlust

Christian Lange, Staatssekretär im Bundesministerium der Justiz.
Christian Lange, Staatssekretär im Bundesministerium der Justiz. © Foto: Lars Schwerdtfeger
Schwäbisch Gmünd / swp 16.08.2018
Der Abgeordnete Christian Lange will die Stadt Schwäbisch Gmünd im Kampf gegen Obdachlosigkeit  unterstützen.

Der Justizstaatssekretär und Gmünder SPD-Bundestagsabgeordnete Christian Lange wirbt bei Bundesminister Hubertus Heil für Fördergelder aus dem Europäischer Hilfsfonds für die am stärksten benachteiligten Personen in Deutschland. „Ich komme sehr gerne Bürgermeister Dr. Joachim Bläses Bitte nach Unterstützung der Interessenbekundung der Stadt Schwäbisch Gmünd am Europäischer Hilfsfonds für die am stärksten benachteiligten Personen in Deutschland nach“, so Lange.

Die große Kreisstadt Schwäbisch Gmünd im Ostalbkreis ist als Ortspolizeibehörde für die Unterbringung von Obdachlosen und zugewiesenen Asylbewerbern zuständig. Da die umliegenden kleineren Gemeinden nicht oder nur unzureichend auf Wohnungsnotfälle reagieren können, wenden sich betroffene Menschen aus dem Umland auch an die Angebote in der Stadt Schwäbisch Gmünd.

„Die Stadt Schwäbisch Gmünd engagiert sich seit 25 Jahren in beispielhafter Weise durch passgenaue Präventions- und Hilfsangebote, um Obdachlosigkeit zu vermeiden“, erklärt Lange in seinem Brief an den Bundesminister für Arbeit und Soziales. Diesen erfolgreichen Weg habe Schwäbisch Gmünd lange Zeit vor anderen, auch größeren Kommunen, beschritten und die Problematik der ständig wachsenden Zahl von Zwangsräumungen und Wohnungslosen wirkungsvoll angegangen.

In Schwäbisch Gmünd konnte durch eine Vielzahl von Maßnahmen die Zahl der Zwangsräumungen und der vom Amt für Familie und Soziales untergebrachten Personen erheblich reduziert werden. „Jedoch werden nicht alle betroffenen Haushalte erreicht, sodass es weiter Zwangsräumungen gibt. Darüber hinaus sind auch Personen betroffen, die aus prekären Wohnsituationen in die Wohnungslosigkeit abgleiten, da sie die vorhandenen Hilfesysteme nicht kennen oder nicht annehmen“, so der Gmünder SPD-Abgeordnete. Viele Obdachlosenfälle, so Lange in seinem Schreiben an Bundesminister Heil weiter, „ließen sich vermeiden, wenn die Betroffenen die vorhandenen Hilfsmöglichkeiten besser nutzen würden. Ich unterstütze deshalb die Initiative der Stadt Schwäbisch Gmünd, mehr Menschen in Wohnungsnotfällen schon frühzeitig durch schnelles Eingreifen und geeignete Maßnahmen dabei zu helfen, ihr Mietverhältnis zu erhalten. Dies hilft sowohl den Betroffenen wie auch den Vermietern. Es vermeidet neben der Obdachlosigkeit auch die damit verbundenen Kosten und den Ärger für alle Beteiligten.“

Enges Netzwerk

Das Projekt der Stadt Schwäbisch Gmünd ergänze und verstärke bereits bestehende Strukturen. Lange: „Es hat eine Brückenfunktion zwischen Wohnungsnotfällen und dem vorhandenen Hilfesystem, das durch die in Schwäbisch Gmünd bestehenden zusätzlichen Angebote, wie Wohnungsnotfallhilfe-Fonds, Wohnraumoffensive, Junge Wohnungslose oder Frauenwohngruppen ergänzt und für die Zielgruppe leichter zugänglich gemacht wird.“ Durch die guten Kontakte zu Sozialleistungsträgern, Beratungsstellen, Ärzten und Kliniken, Abfallwirtschaft, Kirchen und Moscheen, Tafelladen und weiteren Beteiligten könne ein frühzeitiges Eingreifen bei drohendem Wohnungsverlust organisiert werden. Im Projekt soll dazu ein „Frühwarnsystem“ aufgebaut werden.

„Für die weitere erfolgreiche Arbeit der Stadt Schwäbisch Gmünd zur Vermeidung von Obdachlosigkeit halte ich die Unterstützung dieser Arbeit durch Mittel des Europäischen Hilfsfonds für die am stärksten benachteiligten Personen in Deutschland für enorm wichtig“, argumentiert Lange.

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