Auf den ersten Blick liest sich der Brief aus dem Stuttgarter Ministerium so, als würde die Landesstraße 1080 auf der Frickenhofer Höhe nächstes Jahr saniert. Die BI will es allerdings genau wissen und fragt deshalb einen Fachmann, der es wohl wissen wird: Baudirektor Heiko Engelhard. Der Leiter des Straßenbauamts Ellwangen, einer Außenstelle des Regierungspräsidiums Stuttgart, ist Ansprechpartner für Straßenbaumaßnahmen im Ostalbkreis, im Landkreis Schwäbisch Hall und im Kreis Heidenheim. „Er wird uns übersetzen können, was Verkehrsminister Winfried Hermann damit meint, wenn er schreibt, der Abschnitt zwischen Rotenhar und Frickenhofen könne sich verzögern“, erklärt Walter Hees, Sprecher der BI im Gespräch mit unserer Zeitung.

„Wir fragen uns, ist das eine Absichtserklärung oder ein Plan“, konkretisiert Sabine Demeter von der BI. Der Minister erwähnt Erhaltungsmaßnahmen auf einer Gesamtlänge von 4,8 Kilometern. Die BI möchte bei ihrem Besuch bei Heiko Engelhard in Ellwangen abklären, was wann in welcher Ausführung umgesetzt wird. Am 19. Februar haben die Frickenhofer ihren Gesprächstermin im Straßenbauamt. „Ich habe das Gefühl, er ist uns sehr gewogen“, sagt Walter Hees. Baudirektor Engelhard war bereits im Oktober zu Besuch bei der BI in Frickenhofen.

Die BI hat im CDU-Landtagsabgeordneten Stefan Scheffold einen einflussreichen Unterstützer. Scheffold hat Minister Hermann über den „gefährlichen, dringend sanierungsbedürftigen“ Straßenabschnitt informiert. Er plant, der BI einen Besuchstermin in Stuttgart zu vermitteln. Zuvor will die BI aber das Gespräch mit Regierungspräsident Wolfgang Reimer suchen.

Auch Landrat Klaus Pavel sympathisiert mit dem Ansinnen der Frickenhofer. Bei der Jahresfeier in Gschwend sagte er ihnen seine Unterstützung zu. „Er hat uns eingeladen und will dazu seine Straßenfachleute hinzuziehen“, berichtet Walter Hees, der die BI im Mai letzten Jahres ins Leben gerufen hat. Der pensionierte Verwaltungsdirektor der Stauferklinik plant, in den Faschingsferien mit den Busunternehmen Kolb und Hofmann vor Ort das Problem zu erörtern. Deren Busse begegnen sich täglich zwischen Mittelbronn und Rotenhar, „und haben morgens den Bus voll mit Schulkindern, das ist nicht ohne“.

Die Straße ist derartig eng, dass so mancher Spiegel kaputtgeht, weiß Hees. Thomas Braun aus Eschach hat einige Fotos im Vorbeifahren gemacht. Sie zeigen brandgefährliche Straßenszenen. Engelbert Baur und seine Frau kennen dies von ihrer Fahrt zur Arbeit nach Welzheim. Sie gehören zum Führungsteam der BI, die über 500 Unterstützer zählt. Sabine Demeter hat ein Logo und einen Briefkopf für die BI entworfen. Er zeigt ein auf welliger Straße fahrendes Auto.  Die Frickenhofer wollen zwischen Rotenhar und Eschach an den Ortsein- und -ausgängen Schilder aufstellen, um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen. „Erstklassige Menschen, drittklassige Straße – Frickenhofer Höhe“, so lautet einer der Vorschläge. Ein anderer: „Achtung, Sie befahren diese Gefahrenstrecke auf eigenes Risiko“ oder „Wir sind auf der Höhe – unsere Straßen nicht“. Diese Sprüche werden die Frickenhofer Höhe über die sozialen Medien wohl schnell bekannt machen.

Oldtimer-Korso in Vorbereitung

Die Schreinerei Martin Weigle aus Ruppertshofen will die BI bei der Schilderproduktion unterstützen. „Wir werden weitere Sponsoren brauchen“, sagt Walter Hees mit Blick auf den geplanten Oldtimer-Korso. Die Schlepperfreunde haben ihre Unterstützung zugesagt, bei den Unimog-Freunden will er noch vorbeischauen. „Wir müssen für den Oldtimer-Korso eine Rennversicherung abschließen und bekamen vom Landratsamt einen drei Seiten langen Brief, was wir alles zu beachten haben. Allein die Genehmigung beim Landratsamt kostet 70 Euro“, berichtet Sabine Demeter. Um Geld in die Kasse zu bringen, gibt’s bei BI-Treffen das Pils für zwei Euro. „Wir sagen uns, wir müssen uns unsere Straße schöntrinken“, meint Hees und alle lachen herzlich.

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Info


Wer die BI Sanierung L 1080 finanziell unterstützen möchte, kann auf ihr Konto einzahlen. Die Bankverbindung lautet: DE 95 61 36 19 75 02 71 76 70 06.