Oberrot Frauen, die Geschichte schrieben: Vortrag im Äskulap Infozentrum in Oberrot

Maria Fassbender (l.) und Traudl Hirschauer mit Walburga und Bertrada.
Maria Fassbender (l.) und Traudl Hirschauer mit Walburga und Bertrada. © Foto: hof
Oberrot / BRIGITTE HOFMANN 15.07.2014
Die Heilige Walburga und Bertha die Jüngere, zwei starke Frauen, schrieben im 8. Jahrhundert Geschichte. Maria Fassbender zählt zu den Frauen, die in der Gegenwart von sich reden machen.

Auf den Lorbeeren ausruhen will sich Maria Fassbender nicht. Zeit, Hingabe, Leidenschaft, aber auch erhebliche finanzielle Mittel hat sie investiert, um aus einem alten, aber geschichtsträchtigen Gebäude ein wahres Schmuckstück zu machen.

Ein Mal im Monat öffnet der Freie Adelssitz Oberrot seine Pforten, um Einblicke in ein Stück Heimatgeschichte, 2000 Jahre Medizingeschichte, in alte Bücherschätze oder den reich bepflanzten Heilpflanzengarten zu gewähren. Jetzt, über die Sommermonate hinweg, sind es herausragende Frauengestalten von der Antike bis ins Mittelalter, denen die besondere Aufmerksamkeit gewidmet ist.

Maria Fassbender und Traudl Hirschauer sind sich in den Felsenkapellen St. Salvator in Schwäbisch Gmünd begegnet und haben prompt beschlossen, sich gemeinsam auf die Spuren der Vergangenheit zu begeben. Ihr jüngster Auftritt ließ sie in die Rollen der Heiligen Walburga und die der Bertrada, der Mutter Karls des Großen, schlüpfen. Beide haben etwa um die gleiche Zeit gelebt und jede hat auf ihre Weise gewirkt. Bertha oder Bertrada hatte sich in die Ränkespiele um Macht und Politik eingemischt und ihren Gatten, Pippin den Jüngeren, sogar auf Feldzügen begleitet. So trug sie dazu bei, die Grundlagen zu schaffen, auf denen Karl der Große sein Riesenreich aufbauen konnte.

Die gebürtige Engländerin Walburga ging einen sehr gegensätzlichen Weg. Sie fühlte sich dazu berufen, als Glaubensbotschafterin nach Germanien zu gehen, wo sie schließlich das von ihrem Bruder Wunibald geleitete Kloster Heidenheim übernahm, noch ein Frauenkloster gründete und als Äbtissin das Doppelkloster führte. Maria Fassbender hatte sich tief in beider Leben hineingearbeitet und die Porträts mit vielen Feinheiten gespickt.

Ein interessiertes Publikum hatte auf den bordeauxroten Stühlen Platz genommen, um die kurzen Vorträge zu verfolgen. Zu Gast war auch die frühere Münster-Mesnerin Walburga Weinmann aus Schwäbisch Gmünd. Sie zeigte einen gut 100 Jahre alten "Wachsstock" mit einer Abbildung der Heiligen Walburga herum. Die Kerze in Form eines Buches wurde in Bayern zum Gedenken an die Verstorbenen verwendet.

Nachdem sich die Gäste viel geschichtliches Wissen einverleibt hatten, durften sie leckeren Kuchen gleich hinterherschieben. Auch mit ihren Backkünsten hat sich Maria Fassbender einen Namen gemacht.

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