Neubeginn Frank Zimmermann als Gaildorfer Bürgermeister verpflichtet

RICHARD FÄRBER 02.10.2014
Offiziell wars eine Gemeinderatsitzung, tatsächlich wurde mit vielen Gästen ein Abschieds- und Begrüßungsfest gefeiert. Seit Dienstagabend hat die Stadt Gaildorf offiziell einen neuen Bürgermeister.

"Preisend mit viel schönen Reden . . ." - so beginnt die Ballade "Der reichste Fürst", die heimliche Nationalhymne der Schwaben, die Justinus Kerner einst in Gaildorf niederschrieb. Insofern ist es auch angebracht, diese Hymne zu spielen, wenn in Gaildorf ein Thronwechsel ansteht. Die Verabschiedung von Alt-Bürgermeister Ulrich Bartenbach und die Verpflichtung von Neu-Bürgermeister Frank Zimmermann wurde am Dienstag in der Limpurghalle unter Mitwirkung der Stadtkapelle, der Rope-Skipping-Gruppe des TSV Gaildorf und der Schlossgarde vollzogen - und bezeugen können den kommunalen Staatsakt zahlreiche Gaildorfer und Ehrengäste aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft. Auch die Altbürgermeister Hans König, der auch Ehrenbürger ist, Kurt Engel und Ralf Eggert saßen im Saal.

"Preisend mit viel schönen Reden" und mit noch schöneren Geschenken erschienen als Laudatoren Landrat Gerhard Bauer, für die Abgeordneten in Bundes- und Landtag der Landtagsabgeordnete Helmut W. Rüeck, für die Nachbargemeinden der Sulzbach-Laufener Bürgermeister Markus Bock, für die Kirchen der Gaildorfer Dekan Uwe Altenmüller, für die Schulen Rektorin Jutta Danecker, für die Vereine Udo Pätzold, für die Partnergemeinde Budajenö Bürgermeister István Budai, für den Gaildorfer Masterplan "Masterplaner" Friedhelm H. Liers und für den Gaildorfer Personalrat Werner Ensle.

Geleitet wurde die Sitzung von Heinrich Reh. Günther Kubin verabschiedete Ulrich Bartenbach, Frank Stettner übernahm die Vereidigung und Verpflichtung von Frank Zimmermann. Gut zweieinhalb Stunden dauerte das Zeremoniell, Grußworte, Musikstücke und Vorführungen und Showeinlagen eingeschlossen, danach waren die Gäste zu einem Stehempfang eingeladen.

Zeit für Familie und Hobbys

Eitel Sonnenschein herrschte freilich nicht. Auch Wehmut und Abschiedsschmerz prägten die Veranstaltung: Keiner, der nicht bedauert hätte, dass Ulrich Bartenbach das Amt aus gesundheitlichen Gründen abgegeben hat. Die Entscheidung sei nachvollziehbar, sagte etwa Landrat Gerhard Bauer, als Partner aber werde man dieses "Urgestein der kommunalpolitischen Landschaft" vermissen. Bartenbach selbst, dessen Umsicht und bedächtige Ruhe gerühmt wurde, hat sich Optimismus verordnet: Nach 45 Jahren und einem Monat in der kommunalen Verwaltung freue er sich, dass er nun Zeit für seine Familie und seine Hobbys habe, sagte er.

Diese Zeit dürfte Frank Zimmermann künftig eher fehlen. Man müsse ein Idealist sein, um dieses verantwortungsvolle Amt zu übernehmen, gab ihm sein Vorgänger auf den Weg. Vorschusslorbeeren gabs auch, in einem Päckchen, das Helmut W. Rüeck überreichte und das auch seine Berechtigung hat: Als ehemaliger Stellvertreter Bartenbachs weiß der neue Schultes genau, was auf ihn zukommt.