Gaildorf Fluchtträume, Drill und gute Kameraden

Dietmar Schultke erzählt von seinem Leben als Grenzsoldat der DDR.
Dietmar Schultke erzählt von seinem Leben als Grenzsoldat der DDR.
Gaildorf / SWP 14.10.2014
Eigentlich hat sich Dietmar Schultke selbst bewacht. Der ehemalige DDR-Grenzsoldat liest heute in Gaildorf aus seinem Buch "Keiner kam durch".

Am 9. November 2014 jährt sich der Fall der Berliner Mauer und die Öffnung der Grenzen zwischen der DDR und der Bundesrepublik Deutschland zum 25. Mal. Aus diesem Grund laden am heutigen Dienstag, 14. Oktober, das Evangelische Kreisbildungswerk, die Katholische Erwachsenenbildung und die VHS Gaildorf gemeinsam zu einer Veranstaltung ein. Dietmar Schultke, ein ehemaliger DDR-Grenzsoldat an der innerdeutschen Grenze, liest aus seinem Buch "Keiner kam durch". Schultke erzählt seine Geschichte und spricht von seinen Fluchtträumen, vom militärischen Drill, vom Umgang mit dem Schießbefehl und Schikanen innerhalb der Truppe, aber auch von Kameradschaft und der engen Beziehung zu den Hunden, mit denen er die Grenze am Brocken bewachte. Er beschreibe eine absurde, teils aberwitzige Erlebniswelt, die zeige, wie perfide der Schießbefehl auch auf Soldaten wirkte, teilt die VHS Gaildorf mit. Schultke: "Hätte ich einen Fluchtversuch gestartet, hätte mich mein Postenführer erschießen müssen. Somit bewachte ich im Hinterland der DDR meine eigene Gefangenschaft."

Info Die Veranstaltung findet in Gaildorf im evangelischen Gemeindehaus statt und beginnt um 20 Uhr.