Energie Flott reagiert: Stadt spart 50 000 Euro

Cornelia Kaufhold 13.01.2018

Die Zeit war knapp, als Roland Hölzel-Werner vom Ingenieurbüro  novatech-energieplan in Michelbach/Bilz im Technischen Ausschuss des Gemeinderats die Gründe erklärte, warum es sich für die Stadt lohnt, 73 567 Euro ins Blockheizkraftwerk (BHKW) zu investieren. Sieben Wochen blieben, den Arbeitsauftrag zu vergeben und den Motor auszutauschen. Denn damit spart die Stadt rund 50 000 Euro. Und das hat mit dem EEG 2017 zu tun, dem Erneuerbare-Energien-Gesetz.

Das BHK der Kläranlage ist eine Kraft-Wärme-Kopplungsanlage. Sie nutzt das im Betrieb anfallende Gas. Der Gesetzgeber gewährt für die Eigenstromnutzung Vergünstigungen, die allerdings an eine Bedingung geknüpft sind: Die Anlage muss nach zehn Jahren generalüberholt werden. Dieser Zeitpunkt war im letzten Jahr erreicht. Nach dem EEG 2017 sind für den Eigenstromverbrauch aus BHK-Anlagen 40 Prozent Umlage zu entrichten. Diese Umlage verringert sich auf null Prozent, sofern Teile der Anlage vor dem 1. Januar 2018 erneuert werden.

Hölzel-Werner war zuversichtlich, dass die Firma NQ-Service aus Mannheim den Termin einhalten kann. Der Fachingenieur hat sich nicht getäuscht. NQ-Service hat das Aggregat und einige Anschlüsse fristgerecht eingebaut und zwar am 14. Dezember, wie Hans-Joachim Hunn vom Steueramt auf Anfrage sagt. „Ohne diese Investition hätten wir 6,88 Cent pro Kilowatt zahlen müssen“, erklärt der Finanzexperte der Verwaltung. Wegen dieser Privilegierung von Alt-Anlagen  spare die Stadt einen Gutteil der EEG-Umlage, stellt Hunn zufrieden fest.