Gegen 10 Uhr trommelt Rikki Doughty seine Truppe zusammen, nimmt Aufstellung neben dem 1200-PS-starken Nissan GT-R und spricht gestenreich übers Pinkeln. Denn darum soll’s gehen in dieser Sequenz des Driftsport-Videoclips „Return to Driftenberg“: zwei Ordnungshüter, einer am Ford Mustang der Highway Patrol lehnend und einer just in dem Moment austretend, als Steve Biagioni alias Baggsy vorbei – nun ja – driftet. Und das geht natürlich gar nicht auf öffentlichen Straßen, weshalb nun eine lustige Verfolgungsjagd beginnt.

Auch in der Nacht wird gedreht

„Das Schlüsselwort“ lautet „Action“, sagt Doughty. „Wenn ihr es hört, dann haltet euch besser nicht auf der Straße auf.“ Der Regisseur und seine Truppe stehen auf Höhe des Sägewerks in Rauhenzainbach; es wird Englisch gesprochen. Die Kreisstraße in Richtung Gschwend ist für die Dreharbeiten komplett gesperrt worden und wird bis in die Nachtstunden gesperrt bleiben. Dann wird die Schlusseinstellung gedreht: Im gelb ausgeleuchteten Wald driftet Baggsy in Richtung einer Straßensperre. Cut, Schnitt – wie’s ausgeht, darf man sich ausmalen.

Automobil Dreh des Driftsportvideos „Return to Driftenberg“

Das gelbe Licht in der Schlusssequenz soll übrigens auf ST suspensions verweisen, die „Marke“ des Fichtenberger Tuning-Spezialisten KW Automotive produziert den Videoclip in Kooperation mit dem Getränke-Hersteller Monster Energy. Ausführende Produzenten vor Ort sind die Markenmanagerin Christina Gabriel und Vertriebschef Wolfgang Fritz von ST suspensions.

Verbreitet werden soll der Film hauptsächlich über die Darsteller selbst: Drifter Baggsy, die beiden Rallye-Cross-Fahrer und Polizistendarsteller Liam Doran und Andreas Bakkerud erreichen über ihre Facebook- und Instagram-­Auftritte Hunderttausende, ebenso ST suspensions und Monster Energy. Als weitere gewichtige „Influencer“ mit hoher Social-­Media-Präsenz fungieren der ehemalige Boyzone-Sänger Shane Lynch, der einen „Urlauber“ spielt, und das Erotikmodel Mareike Fox, das als Baggsys Freundin auftritt und im eigenen GT-R aus Düsseldorf angereist ist.

„Return to Driftenberg“ ist bereits der zweite Drifter-Clip „made im Rottal“. Der erste, „The Driftenberg Project“, wurde auf dem brachliegenden AS-Gelände in Oberrot gedreht und enthält professionell gefilmte Drifter-­Szenen mit viel Qualm und haufenweise Reifenabrieb, aber – keine Erzählung. In „Return to Driftenberg“ hingegen wird nun eine Geschichte erzählt, und außerdem wird nahezu die komplette Gemeinde zum Drehort, das Amtszimmer von Bürgermeister Roland Miola, der sich selbst spielen darf, mit eingeschlossen. Auch in Fornsbach und Unterrot wurde bereits gefilmt.

„Donutsdrehen“ vor der „Krone“

Heute wird im Ort selbst gedreht, weite Bereiche werden deshalb abgesperrt, allerdings auch Zuschauerbereiche eingerichtet. Am Vormittag wird Baggsy vor der „Krone“ sogenannte „Donuts“ auf den Asphalt radieren – „wir reinigen das natürlich wieder“, verspricht Christina Gabriel. Am Nachmittag geht’s dann an der Gemeindehalle weiter. Dazwischen wird gefilmt, wie Doran und Bakkerud in ihren schmucken Cop-Uniformen die Treppe im Rathaus hinunterpoltern, um den Drifter endlich dingfest zu machen. Und am Sonntag kann man dann alle Darsteller ab 11 Uhr beim öffentlichen Sicherheitstag auf dem KW-Gelände treffen.

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Anerkannte Motorsportart


Driftsport Auf der Straße sind’s die Irren, im Film die Helden: Drifter können ihr Fahrzeug mit Handbremse und virtuosen Schaltmanövern kontrolliert übersteuern und damit bei Kurvenfahrten wertvolle Zeit gewinnen. In Filmen wie „Driver“, „Taxi“ oder „The Fast and the Furious“ sieht das elegant aus, auf öffentlichen Straßen sollte man es aber tunlichst unterlassen. Driftsport wurde zuerst in Japan kultiviert, in Deutschland wird die Internationale Driftchallenge seit 1999 ausgetragen. Seit 2015 ist Driftsport eine vom Automobil-Dachverband FIA anerkannte offizielle Motorsportart (Quelle: Wikipedia). rif