Wenn’s keine Pizza gibt, bleibt auch die Toilette geschlossen. Das ist die Situation am Fichtenberger Diebach-Stausee. Solange das „Seestüble“ geöffnet ist, können Besucher die Toilette der Gaststätte benützen. Hat der Pächter aber Feierabend oder Ruhetag, muss man sein Geschäft mit nach Hause nehmen oder sich anders behelfen.

Abhilfe mit geringen Mitteln

Die Gemeinde will jetzt mit geringen Mitteln für Abhilfe sorgen. Bei den vier Umkleideräumen am „Seestüble“ sollen zwei mobile Toiletten aufgestellt und eine zusätzliche Waschgelegenheit geschaffen werden. Sie wird in die Umkleidekabine auf der „Seestüb­le“-Seite eingebaut. Der Standort bietet sich wegen des bereits vorhandenen Waschbeckens im benachbarten DLRG-Raum an. Für diejenigen, die sich noch hinter Bäumen oder Büschen umziehen oder unterm Badetuch verrenken: Die Umkleidekabinen befinden sich auf der Rückseite des Holzkubus, der zwischen Gaststätte und Tennisclub-Anbau errichtet worden ist und auch den DLRG-Raum beherbergt.

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Der Einbau der Waschgelegenheit koste etwa 800 Euro, erklärte Bürgermeister Roland Miola in der Mai-Sitzung des Gemeinderates und für die Toiletten würden monatlich etwa 100 Euro fällig. Insgesamt sei dies momentan die einfachste und günstigste Lösung, so der Bürgermeister: Man schickt den Bauhof vorbei und der Kittel ist geflickt.

Unnötiger Aufwand

Der Vorschlag wird gründlich abgewogen. Eine zusätzliche Toilette einzubauen, hält Miola für übertrieben. Der Aufwand wäre immens, sagt er, zumal es mit einer allein nicht getan wäre: es müssten dann nämlich zwei, genau genommen sogar drei Toiletten installiert werden, die auch gepflegt, gewartet und kontrolliert werden müssen. Auch der Einbau – man müsste sich durch die Bodenplatte aus Beton wühlen, die unter dem Bodenbelag aus Knochensteinen liegt – würde den Rahmen sprengen. Mobile Toiletten mit Waschbecken, die’s auch geben würde, brächten ebenfalls einen höheren Betreuungsaufwand mit sich, zumal das Wasser auch von irgendwoher in den Tank kommen müsste.

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Die Option, eine zusätzliche Toilette zu bauen, bleibt natürlich weiterhin bestehen. Vorerst aber einigt sich der Gemeinderat auf den Vorschlag der Verwaltung und stimmt nach kurzer Diskussion für den Einbau eines Waschbeckens.

Druckknopf statt Wasserhahn

Und zwar mit Bedacht: Weil es offenbar Zeitgenossen gibt, die es witzig finden, öffentliche Wasserhähne aufzudrehen und dann davonzuspazieren, wird’s statt eines Wasserhahns einen Druckknopf geben.