Müssen die Straßenlaternen bis tief in die Nacht leuchten, wenn ab 20 Uhr eine allgemeine Ausgangsbeschränkung gilt? Mit dieser Frage befasste man sich vergangene Woche im Fichtenberger Rathaus. Ergebnis: Vom vergangenen Freitag an wurden die Laternen zwischen 21 Uhr und 4.15 Uhr ausgeschaltet. Davor wurde das Licht erst um 1.45 Uhr ausgeknipst, und am Wochenende blieb es in Fichtenberg gar die ganze Nacht hell.
Doch die neue Regelung rief bei manchen Einwohnern Unmut hervor. Wer mit dem Hund Gassi gehe, dürfe dies auch nach 20 Uhr tun. Und Schichtarbeiter kämen ebenfalls erst später nach Hause, waren zwei der Argumente, die vorgebracht wurden. Sie wandten sich an Bürgermeister Roland Miola – mit der Konsequenz, dass die Beleuchtungsregelung nun nochmals angepasst wurde. Fortan gilt: Abends werden die Lampen erst um 23 Uhr ausgeschaltet. Die Einschaltzeit 4.15 Uhr bleibt hingegen unverändert bestehen.

Zeitpunkt der erloschenen Lichter ist ein Kompromiss

„Über das und nach dem Wochenende haben sich sieben Personen gemeldet, mit denen ich persönlich gesprochen habe“, schreibt Bürgermeister Miola in einer Pressemitteilung. „Deren Wunsch war es aus Sicherheitsgedanken heraus, dass die Beleuchtung weiterhin durchbrennen sollte.“ Ein Argument, das vorgebracht wurde: Die Menschen würden sich sicherer fühlen, wenn sie abends beleuchtete Straßen sehen. „In die Bewertung wurden auch noch Gespräche mit dem Bahnhof Fichtenberg und mit unserem Polizeiposten Gaildorf einbezogen“, schreibt Miola weiter. Im Bahnhofsbereich gebe es immer während der Fahrzeiten eine Beleuchtung „und die Erkenntnis war, dass sehr wenige Personen dieses Verkehrsmittel derzeit nutzen beziehungsweise dort immer mit ihrem Auto hinfahren“.
Die Polizei wiederum habe mitgeteilt, dass es gerade sehr wenig Einbrüche gebe. Die Leute seien schließlich nachts alle zu Hause. Darüber hinaus sei von Seiten der Gemeindeverwaltung „gegenüber den Einwendenden auch vorgetragen worden, dass sich Einbrecher in der Dunkelheit auch schwerer tun“. Miola hofft nun, „dass hiermit ein Kompromiss für die Hundebesitzer, die Schicht- und Notdienstarbeiter und auch für die Mitbürger gefunden wurde, die sich sicherer fühlen, wenn das Licht an ist“, schreibt er abschließend und wünscht allen Fichtenbergern frohe Weihnachten.