Die farbenfrohe höfische Mode des ausgehenden 18. Jahrhunderts prägte am Sonntagnachmittag den fünften  historischen Fürstenzug in Untergröningen. Mit einen spektakulären Schlossfest am Samstagabend und dem historischen Markt, der an beiden Tagen auf dem Parkplatz beim alten Friedhof abgehalten wurde,  hat der 2015 neu gegründete Verein Fürstenzug Untergröningen e.V  seine Bewährungsprobe bestanden.

 25  Gruppen haben am Sonntagnachmittag am Festumzug vom alten Bahnhof durch den Ort hinauf zum Schloss teilgenommen. Dicht gedrängt standen die Zuschauer im Bereich des Rathauses und oben in der Kolonie, wo die Veranstalter erstmals einen zusätzlichen Biergarten eingerichtet hatten. Schlosshof  und Schlossgraben waren proppenvoll. Zum Glück gab es nur ein paar einzelne Regentropfen, so dass vor allem der Sonntag zu einem vollen Erfolg wurde.

Mit leichter Verspätung begann der Umzug nach vier Böllerschüssen. Den  beiden fürstlichen Kutschen folgten Hofräte, Gardisten, Bauern, Fanfarenzüge, Musikvereine und viele weitere Gruppen in historischen Kostümen. Erstmals mit dabei war die neu gegründete Untergröninger Flößergruppe. Die Arbeiten der Nähgruppe des Vereins „Fürstenzug Untergröningen“ stellten eine deutliche Aufwertung der Kostümierung der Untergröninger Gruppen dar.

Neben örtlichen Gruppen nahmen auch Gastgruppen wie der Fanfarenzug der Bärenfanger aus Unterkochen, die Bürgergarde Hüttlingen oder der Große Siedershof aus Schwäbisch Hall und auch die Gäste aus Abtsgmünds Partnerstadt Castell Bolognese am Umzug teil, ebenso die Landfrauen aus Pommertsweiler, die Gruppe Veronissima aus Rudersberg sowie ein komplettes Kuhgespann.

 Nach dem Umzug  huldigten die Untergröninger Bürger in ihren historischen Kostümen wie im Jahre 1776 ihrer Fürstin Friederike Sophie Charlotte von Hohenlohe-Waldenburg-Bartenstein. Sie wurde zum fünften  Mal von Heidelinde Bäurle dargestellt. Mit ihrem stattlichen Hofstaat nahm sie die anhand überlieferter Texte nachgespielten Huldigungen ihrer neuen Untertanen im Schlosshof entgegen. Als einer der fünf limpurg-sontheimischen Erbtöchter war ihr Schloss und Herrschaft Untergröningen  nach Losentscheid zugesprochen worden. Zahlreiche Besucher beobachteten das Spektakel und erhoben sich nach Aufforderung des Hofmarschalls zum Treueschwur.

Bereits am Samstag hatten die Untergröninger im und um das Schloss herum ausgiebig gefeiert. Buntes Markttreiben, ein Kinderfest und ein historischer Festabend im Schlosshof  lockten zahlreiche Besucher an. Grußworte sprachen Bürgermeister Armin Kiemel und Ortsvorsteher Thomas Bacher, die vor allem den 2015 neu gegründeten Verein Fürstenzug Untergröningen für sein Engagement lobten. Für Dr. Otto Rothfuss und Roland Knobloch gab es zum kleinen Jubiläum des Fürstenzuges vom Vereinsvorsitzenden Martin Mehrer ein Präsent. Sie waren es, die vor zehn Jahren die Idee zum ersten Fürstenzug hatten und dabei die historischen Ereignisse wieder in Erinnerung gebracht haben.