Gaildorf Fast ein Fünftel aller Gottesdienste gehalten

Am Bezirksprädikantentag werden in vielen Gemeinden die Gottesdienste gemeinsam von Pfarrern und Prädikanten gehalten.
Am Bezirksprädikantentag werden in vielen Gemeinden die Gottesdienste gemeinsam von Pfarrern und Prädikanten gehalten. © Foto: Andreas Balko
Gaildorf / Andreas Balko 06.07.2018
Der Bezirksprädikantentag stellt am Sonntag in Gaildorf die Ehrenamtlichen in den Mittelpunkt.

Der evangelische Kirchenbezirk Gaildorf veranstaltet am Sonntag, 8. Juli, einen Bezirksprädikantentag. Zu diesem Anlass werden in vielen Kirchengemeinden die Gottesdienste gemeinsam von Pfarrern und Prädikanten gehalten, wobei die Laien die Predigt übernehmen. Der Tag soll die Bedeutung des Prädikantendienstes in Erinnerung rufen. Ausgehend vom hiesigen Kirchenbezirk hat diese Form des Prädikantentags in den vergangenen Jahren in vielen Dekanaten der Landeskirche Anklang gefunden.

An der Verkündigung des Wortes Gottes sind in der evangelischen Kirche Sonntag für Sonntag nicht nur studierte Theologen, sondern auch ehrenamtlich tätige Frauen und Männer beteiligt. Sie heißen Prädikantinnen und Prädikanten. Ohne ihren Dienst müsste mancher Gottesdienst ausfallen, wenn Pfarrerinnen und Pfarrer Urlaub haben, krank oder anderweitig verhindert sind. Auch ermöglichen die Ehrenamtlichen den Pfarrern ab und zu einen predigtfreien Sonntag. Darüber hinaus können die Prädikanten aus ihrer Berufs- und Lebenswelt eine neue Perspektive in den Gottesdienst hineinbringen. Und schließlich wird durch den Prädikantendienst die reformatorische Lehre vom allgemeinen Priestertum der Gläubigen immer wieder neu ins Bewusstsein gerufen.

In der Evangelischen Landeskirche in Württemberg gibt es derzeit 358 Prädikantinnen und 503 Prädikanten. Insgesamt gestalteten sie im vergangenen Jahr 10.383 Gottesdienste. Im Durchschnitt haben die Ehrenamtlichen damit 12,07 Gottesdienste gehalten. Im Kirchenbezirk Gaildorf ist die Zahl der Prädikanten wieder angestiegen, nachdem altersbedingt einige ausgeschieden waren. Momentan stehen elf Männer und vier Frauen für den Dienst zur Verfügung. Im Jahr 2017 hielten sie insgesamt 941 Gottesdienste im Kirchenbezirk, was rund 17 Prozent aller Gottesdienste ausmachte. Individuell kann die Zahl der Einsätze sehr unterschiedlich sein, da jeder Prädikant selbst entscheiden kann, wann und wie oft er für die Gottesdienste zur Verfügung steht.

Wie wird man Prädikant? Nach der Ordnung der Evangelischen Landeskirche in Württemberg werden geeignete Frauen und Männer vom Pfarramt im Einvernehmen mit dem Kirchengemeinderat dem Dekanat gemeldet. Der Dekan prüft die Meldung und leitet sie an das Landesprädikantenpfarramt weiter. Am Anfang steht eine Grundausbildung, in der innerhalb von eineinhalb Jahren drei Grundkurse zu besuchen sind, die jeweils von Donnerstagnachmittag bis Sonntagmittag dauern. Sie beinhalten Bibelarbeit, Einführung in Gottesdienst und Gesangbuch, Predigtbearbeitung, Predigtübungen und Sprecherziehung. Nach erfolgreichem Besuch dieser Kurse erfolgt in der Bezirkssynode die Beauftragung. Der Besuch von Weiterbildungskursen ist verpflichtend. Die Beauftragung gilt für sechs Jahre. Danach ist eine erneute Beauftragung nötig. Der Dienst des Prädikanten endet spätestens mit der Vollendung des 75. Lebensjahres.

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