Gaildorf / HANS BUCHHOFER  Uhr
Mit einem Tag der offenen Tür hat die Stadt Gaildorf Umbau und Erweiterung der Kläranlage abgeschlossen. Trotz hochsommerlicher Temperaturen nahmen viele Gaildorfer die Anlage unter die Lupe.

Bürgermeister Ulrich Bartenbach ist zufrieden: Viele Gaildorfer waren am Sonntagnachmittag zur Kläranlage gekommen, um zu sehen, wie dort ihr Abwasser gereinigt wird. Unter den Besuchern waren Altbürgermeister Hans König, auf dessen Betreiben die Kläranlage gebaut und im Jahr 1979 in Betrieb genommen werden konnte, und der Landtagsabgeordnete Helmut W. Rüeck. Auch Ex-Bürgermeister Ralf Eggert, heute in Calw Oberbürgermeister, war zu Besuch, da die Planungen und erste Arbeiten unter seiner Regie vonstattengingen. Dabei gab es von Mitarbeitern des Ingenieurbüros LK&P aus Mutlangen, der Stadt und beteiligter Firmen Informationen aus erster Hand.

Mit dem Tag der offenen Tür wollte die Stadtverwaltung interessierten Bürgerinnen und Bürgern die Gelegenheit bieten, einmal die Abläufe einer Kläranlage kennenzulernen. Und vor allem zu zeigen, wozu 3,2 Millionen Euro verwendet wurden. Für viele sei es selbstverständlich, so Bürgermeister Bartenbach, dass Abwasser geklärt in den Kocher fließe, doch welche enorme Technik dahinter verborgen sei, das kennen nur wenige. Die Gaildorfer Anlage genüge nach der Erweiterung höchsten Ansprüchen und werde in der Abwasserfrage für geraume Zeit Problemfreiheit bescheren, so der Rathauschef.

Mehrere Faktoren haben zu einer Erhöhung der sogenannten Einwohnergleichwerte geführt, so zum Beispiel der Einwohnerzuwachs, der Anschluss von Neubaugebieten und von Gewerbeflächen. So sei mit der Zeit die Kläranlage mit hohen Abwassermengen hydraulisch überlastet worden. Außerdem mussten laut Bürgermeister in die Jahre gekommene und verschlissene Teile wie die Klärschlammpresse erneuert werden. Die Kosten für die Erweiterung beliefen sich im Jahr 2010 auf 4,45 Millionen Euro, ein Zuschuss nach den Förderrichtlinien Wasserwirtschaft wurde in Höhe von 1,8 Millionen Euro bewilligt.

Von dieser Summe entfallen auf die Kläranlage 3,2 Millionen Euro und für die Regenwasserbehandlung, die in diesem und im nächsten Jahr ausgeführt wird, entfallen Kosten in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro. Diese Regenwasserbehandlung beinhaltet Zuleitungen zum Klärwerk und Verbesserungen an den Regenüberlaufbecken.

Bartenbach dankte dem Ingenieurbüro LK&P aus Mutlangen unter Führung von Thomas Fischer für die gute Planungsleistung, dem Verbandsbauamt Limpurger Land unter Leitung von Manfred Sonner und auch den Mitarbeitern des Landratsamts für die Unterstützung bei den Förderanträgen. Großer Dank gebühre auch den beteiligten Unternehmen, denn die Arbeiten seien zügig und zur vollen Zufriedenheit der Bauherrschaft ausgeführt worden.

Geschäftsführer Thomas Fischer vom Ingenieurbüro LK&P erläuterte die Planungen zur Erweiterung der Kläranlage. Viel Geld sei dabei gespart worden, weil es möglich war, das bestehende Nachklärbecken technisch so aufzurüsten, dass so auf ein zweites Nachklärbecken verzichtet werden konnte. Auch durch Umbauten beim Regenüberlaufbecken konnte auf ein zweites Becken verzichtet werden.

Alte Anlage hatte Schwachstellen

Fischer verwies nochmals auf die Schwachpunkte der alten Anlage. Die Zulaufpumpen zum Beispiel schafften die nötigen 150 Liter pro Sekunde nicht. Oder die sogenannte Schlammvoreindickung und der Filtratspeicher waren nicht ausreichend, viele kleine Schwachpunkte waren ebenfalls zu beheben. Auch Messsteuerung und Regeltechnik waren veraltet.

Zum Abschluss überreichte Fischer an Bartenbach symbolisch eine Flasche "Kocherwässerle" - frisch vom Nachklärbecken abgefüllt zum Verkosten für den Gemeinderat. Felix Jochum und seine Mitarbeiter auf der Kläranlage erhielten einen Gutschein für ein gemeinsames Essen.

Nun führten Matthias Strobel, Ricky Winter (LK&P) und Felix Jochum interessierte Besucher durch die Anlage und erklärten die Abläufe. Nach so viel Informationen waren viele Gäste froh, dass Mitglieder der Altdorfer Sing- und Spielgemeinschaft Erfrischendes und heiße Rote anboten. Unter großen Sonnenschirmen konnte noch manche Frage beantwortet werden.

Land droht Bürgermeister König mit Gefängnis