Gaildorf Erinnerungen an den Sommer 2003: Ein Castor-Transport braust durch Gaildorf

Castor-Transport am Westbahnhof in Gaildorf.
Castor-Transport am Westbahnhof in Gaildorf. © Foto: Klaus Michael Oßwald
kmo/Archivfoto: Klaus Michael Oßwald 23.06.2017
Debatte um den Castor-Transport auf dem Neckar weckt Erinnerungen an den Sommer 2003.

Damals brodelte es in der Gerüchteküche, nachdem Greenpeace erfahren haben will, dass der seit 1981 größte Atommülltransport mit 18 Tonnen radioaktiven Abfalls und 210 Kilogramm Plutonium auch durch den Kreis Hall führen werde. Bestimmungsort: die Wiederaufbereitungsanlage La Hague. Eine andere Meldung besagte, dass die Container aus dem Kraftwerk Isar II zusammen mit Atommüll aus Neckarwestheim per Bahn ins britische Sellafield gefahren würden. Von offizieller Seite gab es keine Auskunft. Während über Protestaktionen nachgedacht wurde, brauste am 1. Juli um 14.50 Uhr der durch Personenwaggons getarnte Transport mit drei Castor-Behältern – von wenigen Passanten beobachtet – durch Gaildorfs Westbahnhof. Kräfte von Bundesgrenzschutz und Polizei standen Spalier. Die Fahrgäste des Regionalzuges von Stuttgart, die dadurch eine Verspätung in Kauf nehmen mussten, erfuhren den Grund am nächsten Tag aus der RUNDSCHAU.