Gaildorf Erdbebenkarte wird überarbeitet

Sicherheitscheck: Probebohrung am Diebach-Damm.
Sicherheitscheck: Probebohrung am Diebach-Damm. © Foto: Archiv
Region / Richard Färber 11.08.2018
Die Risikobewertung wird an europäische Normen angepasst. Das Gefährdungsniveau bleibt größtenteils unverändert, örtliche Änderungen könnten die Region betreffen.

Das Geoforschungsinstitut in Potsdam hat das Erdbebenrisiko in Deutschland neu berechnet. Danach kann es örtlich dazu kommen, dass die Gefahr von Erdbeben höher eingeschätzt wird (wir haben berichtet). Besonders betroffen ist unter anderem die Schwäbische Alb südlich von Stuttgart. Dort, zitiert der Spiegel einen der Potsdamer Wissenschaftler, werde die Neueinschätzung „weitreichende wirtschaftliche Folgen haben“. Die Neubewertung ist notwendig für die Anwendung europäischer Normen.

Welche Gemeinden mit einer Höherstufung rechnen müssen, ist noch offen. Derzeit liege nur das Kartenmaterial zur Erdbebengefährdung in Deutschland vor, eine Umsetzung auf Gemeindeebene sei noch nicht möglich, erklärt Markus Adler, Pressesprecher des Regierungspräsidiums in Freiburg, zu dem auch das Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB) gehört.

TÜV der Rückhaltebecken

Einer Untersuchung zufolge, die das Pestel-Institut für die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerk und Wohnungsbau durchgeführt hat, dürften aber Teile des Rems-Murr-Kreises und der südliche Landkreis Schwäbisch Hall betroffen sein. Erdbebensicherheit war hier vor einigen Jahren bereits Thema. Als beim Wasserverband Fichtenberger Rot der „TÜV der Rückhaltebecken“ fällig war, musste im Jahr 2011 am Fichtenberger Diebach-Stausee auch die Erdbebensicherheit geprüft werden; beim Gnadentaler Stausee war diese gesonderte Überprüfung nicht nötig. Der Diebach-Damm, so die damalige Erkenntnis, ist sicher und bleibt es auch, wenn er von Büschen und Bäumen freigehalten wird – Wurzeln könnten das Fundament schädigen.

Ob Neu-Untersuchungen, gegebenenfalls auch Nachbesserungen notwendig werden, lässt sich derzeit noch nicht abschätzen. Zum einen, weil die genauen Ortsdaten noch nicht vorliegen und unklar ist, ob und inwiefern die Gemeinde überhaupt betroffen sein wird, und zum anderen, weil der Entwurf zur Umsetzung der europäischen Bemessungsnorm noch in Arbeit ist.

Umsetzung dauert

Zuständig ist der Normungsausschuss des Deutschen Instituts für Normung (DIN). Er ergänzt die europäische Norm durch einen „nationalen Anhang“, der auch neue Karten zur Erdbebengefährdung in Deutschland enthalten wird. Der nationale Anhang durchläuft dann noch ein Auslegungsverfahren, ehe er der Bauministerkonferenz zur Entscheidung vorgelegt wird – erst dann werden sich die Auswirkungen auf die technischen Bauvorschriften bemerkbar machen.

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