Sakralbau Eingerüstet für die Zukunft

Gschwend / Rainer Kollmer 17.08.2018
Die Sanierung der Außenfassade der evangelischen Kirche in Gschwend kommt gut voran. Das aufwändige Gerüst wird jedoch noch einige Zeit stehen bleiben müssen.

Schon vor einiger Zeit wurde der äußere Bauzustand des Gebäudes vom Architekturbüro Röhm in Schwäbisch Hall kartiert. Dabei zeigte sich, dass die Sanierung der Kirchturmspitze dringend notwendig wurde. Der markante Gebäudeteil gegenüber dem Marktplatz war 1968 aus mehreren Betonteilen gefertigt worden. Die Metallverbindungen der einzelnen Bauelemente zeigten inzwischen deutliche Roststellen und auch am Beton wurden Korrosionsspuren der Armierung sichtbar. Zudem wies der für das Kirchenschiff verwendete Stubensandstein vom Gemeindeberg „morbide“, also brüchige, Fugen auf, wie Geschäftsführer Berthold Rathgeb von der beauftragten Firma „Steinsanierung Denkmalpflege Crailsheim“ (SDC) erläuterte. Die drei Steinmetz- und Bildhauerfachleute der Spezialfirma aus Satteldorf – Evangelia Papathanasiou, Pascal Schippan und Michael Tillschneider – sind gegenwärtig dabei, die Fugen zu entfernen und die Steinquader mit dem Hochdruckreiniger zu säubern. Dabei kommen auch weitere Mängel zum Vorschein. Beschädigte Steine müssen nämlich vollständig ersetzt werden. So manches Vierungsstück wird deshalb vom Steinmetz als Ersatz in eine Fehlstelle eingebracht, um die Stabilität zu sichern. Besonders bei den schlanken Türmchen, den Fialen, war Nachbesserung nötig, wie Berthold Rathgeb feststellen musste. Aber dem Gschwender Sandstein bescheinigt er insgesamt gute Qualität, weil er mit stabilisierendem Quarzit durchsetzt ist.

Für Pfarrer Jochen Baumann gehen die Arbeiten gut voran. Seit einigen Tagen ist das Gerüst von der Turmspitze entfernt, das goldene Ziffernblatt der Uhr leuchtet weithin und auch das Geläut ist wieder zu hören. „Vor allem die Eltern beim Kindergarten Brunnengässle hatten Probleme, als die Uhr nicht ging“, stellte er fest. Die moderne Handy-Ausstattung der jungen Mütter und Väter scheint dazu zu führen, dass auf Armbanduhren verzichtet wird. Beim Abholen der Kinder ist es offensichtlich praktischer, sich an der Kirchturmuhr und deren Stundenschlag zu orientieren.

Die Firma SDC hofft, im Oktober 2018 die Kirchturmsanierung abschließen zu können. Die Maßnahmen sind jedoch längst nicht fertiggestellt. So stehen eine Teilsanierung des Kirchendaches sowie Klempner- und Drainage-Arbeiten an. Auch die Gedenktafeln an die Gefallenen der beiden Weltkriege auf der Ostseite der Kirche müssen noch saniert werden. Den finanziellen Rahmen für die Maßnahme beziffert Pfarrer Baumann gegenwärtig auf eine halbe Million Euro.

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