Sulzbach-Laufen Eines der letzten „BK“-Schildchen

Sulzbach-Laufen / Klaus Michael Oßwald 28.08.2018
Karlheinz Hampp aus Sulzbach-Laufen hat kurz vor Schließung des Backnanger Landratsamts Ende 1972 sein erstes Auto in der dortigen Zulassungsstelle angemeldet. Das alte Kennzeichen besitzt er heute noch.

Nachdem er kürzlich den Zeitungsbericht über das Ende des „BK“-Kennzeichens gelesen hatte, war ihm schnell klar, „dass ich wahrscheinlich einer der allerletzten Autofahrer aus dem Limpurger Land war, die ihr Fahrzeug noch in Backnang zugelassen haben“. Und zwar in der Zulassungsstelle des dortigen Landratsamts, dessen Schicksal durch die Kreisreform zum Ende des Jahres 1972 besiegelt war.

Den väterlichen Rat befolgt

Karlheinz Hampp (63, Foto) aus Sulzbach-Laufen – er wurde in Backnang geboren, wuchs in Fichtenberg auf und war später  in Gaildorf daheim – kann diesen historischen Akt mit einigen seiner persönlichen Aufzeichnungen belegen.

Sein Vater habe damals die „grandiose Idee“ gehabt, ihm wenige Wochen nach bestandener Führerscheinprüfung zu raten, er möge sich noch vor dem 1. Januar 1973 ein Auto zulegen. Denn danach werde sich die Kfz-Versicherung für Fahranfänger empfindlich verteuern. Kurz nach Weihnachten wurde der väterliche Rat pragmatisch in die Tat umgesetzt: Karlheinz Hampp erwarb am Donnerstag, 28. Dezember 1972, für 650 D-Mark einen gebrauchten VW 1500 Variant. Gleich am nächsten Tag suchte er die Backnanger Zulassungsstelle auf, wo ihm das Kennzeichen „BK-Z 712“ zugeteilt wurde. Das war an einem Freitag – also am letzten Arbeitstag des in Auflösung begriffenen Landratsamts eines Kreises, dessen Existenz wenige Tage später mit dem Knall der Silvesterraketen zu Ende ging.

Das „Z“ im Kennzeichen, sinniert Karlheinz Hampp heute, könnte damals auf das Ende einer Ära hingewiesen haben. Apropos Ende: Sein VW sei „leider kein Glücksgriff“ gewesen. Denn bereits wenige Monate später – seinen Notizen zufolge am Montag, 2. Juli 1973 – musste der Wagen durch einen Fiat 850 ersetzt werden. Dieses Fahrzeug wurde nun in Schwäbisch Hall zugelassen und mit dem Kennzeichen „SHA-A 325“ versehen. Noch am selben Tag führte ihn das neue Auto in die Eifel. Dort musste Karlheinz Hampp seinen Dienst bei der Bundeswehr antreten.

In der Garage wiederentdeckt

Die alte „BK“-Tafel hat er übrigens immer noch. Irgendwann, erinnert er sich, habe er sie bei Aufräumarbeiten in der väterlichen Garage entdeckt „und aus nostalgischen Gründen mit nach Hause genommen“. Nun könnte sich der Pädagoge im Ruhestand eine neue besorgen: Im Haller Landkreis sind ab 1. September neben SHA- und CR- auch wieder BK-Schilder zugelassen.

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