Gaildorf Eine Million für neue Schienen

Vor genau zehn Jahren waren die Gleisbauer auf der Strecke zwischen Fornsbach und Fichtenberg zugange. Damals wurde die Strecke vorübergehend voll gesperrt.
Vor genau zehn Jahren waren die Gleisbauer auf der Strecke zwischen Fornsbach und Fichtenberg zugange. Damals wurde die Strecke vorübergehend voll gesperrt.
Gaildorf / KLAUS MICHAEL OSSWALD 23.08.2014
Die Deutsche Bahn AG investiert in den kommenden Wochen eine runde Million Euro in die Sanierung eines Streckenabschnitts der Murrbahn. Die Bauarbeiten gehen überwiegend nachts über die Bühne.

Ein Teil der Murrbahn-Gleise zwischen Gaildorf West und Wilhelmsglück ist in die Jahre gekommen. Das heißt: Die Schienen nähern sich der festgelegten Altersgrenze, die bei 30 Jahren liegt, und müssen deshalb ausgetauscht werden. Ab kommender Woche wird in Tag- und Nachtschicht ein weiterer, etwa sechseinhalb Kilometer langer Abschnitt in Angriff genommen.

Der Verkehrsdienstleister mit dem sperrigen Namen Deutsche Bahn (DB) Mobility Netwoks Logistics will am Mittwoch, 27. August, mit den Gleisbauarbeiten beginnen. Wenn alles glattläuft, soll das Projekt am 22. September abgeschlossen sein. Man sei bemüht, "die durch Baumaschinen und Warnhörner entstehende Belastung gering zu halten". Gleichzeitig bittet die DB die Anwohner entlang der Strecke um Verständnis - denn es soll vorwiegend nachts gearbeitet werden. Das betrifft den Zeitraum zwischen 1 und 6 Uhr, wenn auf der Strecke kein Verkehr herrscht.

Wenn nun die Schienen zwischen Gaildorf und Hessental bald drei Jahrzehnte alt und mehr oder weniger abgenutzt sind, bedeute das nicht, dass in diesem Zeitraum nichts geschehen sei, sagt Roland Kortz. Im Gegenteil. Der Stuttgarter Bahn-Sprecher betont, dass sämtliche Strecken regelmäßig kontrolliert - auch mittels Ultraschallmessungen - und gegebenenfalls geschliffen würden. Auch werde der Unterbau gereinigt und das Schotterbett, wo nötig, neu "gestopft".

Die jetzt anstehenden Arbeiten, eine "Kompletterneuerung", werden laut Roland Kortz "konventionell" ausgeführt. Bagger und anderes schweres Gerät werden also im Einsatz sein. Jedoch nicht über den gesamten vierwöchigen Zeitraum hinweg. Vor- und Nacharbeiten, das Einrichten der Baustelle und die Materialzufuhr nehmen mehrere Tage in Anspruch.

Insgesamt investiert die DB in diesen Abschnitt rund eine Million Euro - auf den ersten Blick viel Geld für den relativ kurzen Abschnitt. Doch man dürfe eines nicht vergessen: "Wir müssen ja den gesamten Gleiskörper in die Hand nehmen", sagt Kortz unter Hinweis auf den Umfang der Maßnahme, die Material- und Arbeitskosten. Allein die stählernen Schienen, die neu verlegt werden müssen, bringen satte 650 Tonnen auf die Waage. Gar auf mehr als 3000 Tonnen summiert sich das Gewicht der nötigen Betonschwellen. Es "läppert" sich also einiges zusammen.