Initiative Ein Herz für den Feuerwehr-Oldtimer

Bild vom Sondierungsgespräch in Rotenhar mit rund 30 Interessierten. Rechts: Initiator Steffen Wahl.
Bild vom Sondierungsgespräch in Rotenhar mit rund 30 Interessierten. Rechts: Initiator Steffen Wahl. © Foto: Wolfgang Pfister
Gschwend / Wolfgang Pfister 10.04.2018

Ganze 38 Jahre hat das Tanklöschfahrzeug TLF 16/25 auf dem Buckel. Das mit modernster Technik ausgestattete Nachfolgefahrzeug wurde im August 2017 bei einem Festakt an die Gschwender Feuerwehr übergeben und das alte Tanklöschfahrzeug von Magirus-Deutz mit einem lachenden und einem weinenden Auge in den „Ruhestand“ geschickt. Feuerwehrkameraden erinnern sich, dass es einst als Fahrschulfahrzeug diente und durch die robuste Konstruktion hohe Zuverlässigkeit bei zahllosen Einsätzen bewies. Üblicherweise wurden baugleiche Fahrzeugtypen mit 170 PS ausgeliefert. Das Gschwender Fahrzeug wurde mit einem 192 PS starken Dieselmotor geordert, was der besonderen topografischen Lage der Gemeinde geschuldet ist. Somit hat es einen gewissen Seltenheitswert. Seit Längerem wurde deshalb aus Kreisen der Gschwender Feuerwehr der Wunsch laut, das Fahrzeug in Gschwend zu belassen und als Oldtimerfahrzeug möglichst original zu erhalten.

Um diese Aufgabe anzupacken, ist die Gründung eines Vereins angedacht. Am vergangenen Freitag trafen sich auf Einladung von Steffen Wahl, Mitglied des Gemeinderats und der Feuerwehr Gschwend, rund 30 Frauen und Männer, größtenteils aus Gschwend, aber auch aus umliegenden Kommunen, zu einer Sondierungsrunde in Rotenhar. Der Erhalt des TLF 16/25 steht ganz oben auf der Agenda. Aber nicht nur. Steffen Wahl denkt darüber nach, die Geschichte der Feuerwehren der Gesamtgemeinde Gschwend zu erforschen und den Wandel einer „reinen“ Feuerwehr aus dem 19. Jahrhundert zu der hochqualifizierten Einsatztruppe mit ihren vielfältigen Aufgaben von heute darzustellen. Das historische Erbe soll in Erinnerung gebracht und für künftige Generationen erhalten werden.

Im Raum Gschwend sind einige ausgemusterte Feuerwehrfahrzeuge im Besitz von Privatpersonen. Mit deren Besitzern möchte man bei technischen Fragen und Fahrzeugpräsentationen kooperieren, formulierte Wahl ein weiteres Projekt. Um diese Aufgaben personell und finanziell zu stemmen, sei die Gründung eines gemeinnützigen Vereins unumgänglich.

Doch den TLF 16/25 gibt es nicht zum Nulltarif. Die Höhe der Ablösesumme liegt in der Entscheidung des Gschwender Gemeinderates. Der Kaufpreis, machte Wahl deutlich, muss dabei in einem finanziellen Rahmen liegen, den ein zukünftiger Verein durch Mitgliedsbeiträge und Spenden aufbringen kann. Der Fahrzeugerhalt und die TÜV-Abnahme werden danach weitere Kosten verursachen. Vieles wird dabei in Eigenleistung gemacht werden müssen. Bleibt die Frage nach einer Unterstellmöglichkeit des Fahrzeugs, welche idealerweise Platz für weitere historische Geräte und für Präsentationen bietet. Steffen Wahl machte deutlich, dass dies im Vorfeld abgeklärt wurde und Lösungen in Sicht seien. Ob es zur Vereinsgründung kommt, bleibt dennoch abzuwarten. Dass sich genügend Vereinsmitglieder finden würden, dürfte außer Frage stehen.

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