Gaildorf Ein harmonisches Finale

Alles andere als im Dornröschenschlaf schlummerte Gaildorfs Wahrzeichen, das Alte Schloss, im Jahr 2013. Die umfangreiche Sanierung schreitet voran, und der Entwurf für ein Nutzungskonzept liegt auf dem Tisch.
Alles andere als im Dornröschenschlaf schlummerte Gaildorfs Wahrzeichen, das Alte Schloss, im Jahr 2013. Die umfangreiche Sanierung schreitet voran, und der Entwurf für ein Nutzungskonzept liegt auf dem Tisch. © Foto: Reinhold Haring
KLAUS MICHAEL OSSWALD 20.12.2013
Vieles hat die Gaildorfer im zu Ende gehenden Jahr bewegt, Stadtverwaltung und Gemeinderat auf Trab gehalten. Es ist auch viel Geld ausgegeben worden, um die Lebensqualität im Städtle zu erhalten.

Wer noch den guten alten Wandkalender zum Abreißen der Datumsblätter einer digitalen Zeitmessung vorzieht, erkennt schnell: Das gute Stück ist hauchdünn geworden. Für Gaildorfs Bürgermeister Ulrich Bartenbach Anlass, 2013 aus Sicht der Stadtverwaltung zu bilanzieren.

So geschehen am Mittwochabend, nachdem der Inhalt der amtlichen Vorlage Nummer 83 zur letzten Gemeinderatssitzung des Jahres abgearbeitet war. Es ging um die Festlegung des Termins für die Bürgerversammlung 2014 - die nun am 2. April in Unterrot anberaumt wird. Auch der Haushaltsplan für das kommende Jahr, durch Ulrich Bartenbach, Kämmerer Frank Zimmermann und Steueramtsleiter Hans-Joachim Hunn in groben Zügen erläutert, war zur kritischen Lektüre "eingebracht" worden, wie es im Amtsdeutsch heißt.

Energieprojekt „für Gaildorf eine sehr wichtige Investition“

Es sei, so Bartenbach in dieser harmonischen Jahresschluss-Sitzung, viel geleistet und viel Geld ausgegeben worden, auch unter großem Einsatz der Stadtverwaltung und ihrer Mitarbeiter. Dies aber alles in erster Linie, um die Infrastruktur der Stadt, das mobile wie immobile Anlagevermögen zu erhalten, zu modernisieren - und damit dessen Wert zu steigern. Vor allem aber sollte mit der millionenschweren Summe vieler kleiner wie großer Investitionen eines erreicht werden: die finanziell stets klamme Stadt Gaildorf attraktiver zu machen - vor allem auch für junge Familien.

Das hatte Beigeordneter Frank Zimmermann mittels einer kurzweiligen Präsentation vieler Baustellen-Fotos unterstrichen. Straßen und öffentliche Gebäude wie das Alte Schloss wurden saniert, Schulen, Kindergärten und Friedhöfe gerichtet, Baugebiete erschlossen, die Sammelkläranlage saniert, die Ultrafiltrationsanlage für sauberes Trinkwasser aus eigenen Quellen in Betrieb genommen, Parkplätze angelegt . . .

Stadt wird sich im kommenden Jahr weiter verschulden

Interessant war das Jahr nicht nur für den Bürgermeister und sein Rathaus-Team, besonders mit Blick auf die Entwicklung rund um den geplanten Naturstromspeicher. Bartenbach hofft, "dass bald die Genehmigung erteilt wird". Das Energieprojekt sei "für Gaildorf eine sehr wichtige Investition".

Bartenbach streifte eine ganze Reihe weiterer Themen - etwa den erfolgten Austausch von Gasleitungen in der Innenstadt samt Sperrung derselben oder die jüngste Entwicklung in Sachen Umgehungsstraße, deren zweiter Abschnitt auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben wurde.

Aber auch die Zukunft verheißt viel Arbeit, wie ein Blick in den 382 Seiten starken Haushaltsplan 2014 zeigt. Das Zahlenwerk - über das der Gemeinderat am 29. Januar zu befinden haben wird - ist im Prinzip eine Willenserklärung, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen: Es gelte, trotz dürftiger Finanzausstattung sich auf den Erhalt vorhandener Infrastruktur zu konzentrieren, anstatt zusätzliche, durchaus wünschenswerte Angebote zu schaffen, wie Kämmerer und Beigeordneter Frank Zimmermann betonte. Gleichwohl wird sich die Stadt, wenn der Gemeinderat seinen Segen dazu gibt, weiter verschulden müssen. Unter Berücksichtigung von Tilgungen erhöhe sich der Schuldenstand zum Ende kommenden Jahres dann von 4,40 auf 5,85 Millionen Euro. Angesichts dieser Entwicklung gab ein Raunen im Wurmbrandsaal bereits einen kleinen Vorgeschmack auf die Haushaltsdebatte im neuen Jahr.

Dass dieses spannend - nicht nur durch die nach Jahren des "Schiebens" endlich begonnene Sanierung der Sporthalle - und arbeitsreich werden wird, davon ist Bürgermeister Bartenbach überzeugt. Vor allem der Planungswettbewerb zur Gestaltung von Schlosspark und angrenzenden Arealen dürfte "eine sehr interessante Geschichte werden". Gespannt ist er auch auf den Abschluss des Projekts "Masterplan 2014". Den daran Mitwirkenden aus den Reihen der Bürgerschaft zollte er "große Anerkennung".

Auch CDU-Stadtrat Günther Kubin, der als einer der beiden ehrenamtlichen Bürgermeister-Vize im Eiltempo das Jahr 2013 Revue passieren ließ, lobte seine engagierten Mitbürger um Masterplan-Moderator Friedhelm Liers. Erfreut bilanzierte er auch das Jubeljahr "20 Jahre Partnerschaft Gaildorf-Budajenö". Mehr als 100 Gaildorfer waren nach Ungarn gefahren, um dort mit den Freunden zu feiern. Er hoffe nun, dass sich diese Partnerschaft gut weiterentwickelt.

Info Wie sich die Stadt Gaildorf im kommenden Jahr weiterentwickeln will und was dies alles kostet, darüber werden wir in Kürze im Rahmen einer kleinen Serie zum Haushaltsplan 2014 berichten.

Bürgermeister rät zu Wachsamkeit