Gschwend Ein großes Herz für Bedürftige

„Wasserkarle“ Karl Rück freut sich, wenn zu seinem Fest möglichst viele Freunde kommen und sich dann auch nicht lumpen lassen.
„Wasserkarle“ Karl Rück freut sich, wenn zu seinem Fest möglichst viele Freunde kommen und sich dann auch nicht lumpen lassen. © Foto: Brigitte Hofmann
Gschwend / Brigitte Hofmann 01.08.2018
Wenn der „Wasserkarle“ zum „Feschd“ nach Gschwend einlädt, dann lässt sich niemand lange bitten. Der komplette Erlös der Veranstaltung geht an bedürftige Menschen.

Es gibt Geschichten, die sind es einfach wert, erzählt zu werden. Wie die von „Wasserkarle“ Karl Rück. „Mir geht es gut, und die anderen sollen auch was davon haben“, nennt er als Grund für sein übergroßes soziales Engagement. Also lädt er in Abständen seine vielen Freunde zum ­„Feschd“ ein und bewirtet sie. „Essen und Trinken sind frei, aber wer was spenden will, der kann dies gerne tun“, begrüßt er dann die Gäste in seinem Zelt auf dem Gelände der ehemaligen neuapostolischen Kirche in Gschwend.

Als Spendenkässchen steht ein Glaskolben bereit, in den so mancher Geldschein wandert. Sein Helferteam kocht, zapft und schenkt aus, die Musik spielt auf, und die Gäste genießen den Tag und die halbe Nacht mit Weißwürsten, Krustenbraten und mehr.

Stets ein volles Haus

Wer sich darüber am meisten freut, das ist der Gastgeber selbst. Karl Rück, den alle als „Wasserkarle“ kennen, trommelte am Samstag einmal mehr seine Freunde zusammen. Und die kamen in Scharen. Musiker aus Iggingen und Umgebung, die Damenkapelle Brenner aus Crailsheim und selbstverständlich war das Rottal stark vertreten. In den Reihen saßen Bürgermeister und solche a. D., AH-Fußballer, Schiedsrichter, weil der „Wasserkarle“ bis vor wenigen Jahren selbst einer war.

In seinem Berufsleben als Stauwärter des Wasserverbands Fichtenberger Rot hatte er sich einen großen Bekanntenkreis erschlossen, in vielen Vereinen arbeitet er mit, und als Musiker mit seiner „Steirischen“ ist er sowieso eine Marke für sich. Auch die Gschwender Nachbarschaft war eingeladen, denn die muss aushalten, wenn ihre Siedlung ab und zu komplett zugeparkt ist.

Eigentlich ist der „Wasserkarle“ ein Oberroter. Doch jetzt, da er das frühere Kirchengebäude zu Wohnungen umgebaut und selbst eine bezogen hat, ist er offiziell Gschwender Bürger geworden. Dennoch meint er: „Ich bin ein Rottaler und werde immer einer bleiben.“ Andererseits schlägt sein Herz jetzt eben auch für Gschwend, und deshalb profitieren vorzugsweise Gschwender Einrichtungen von seiner sozialen Ader. Vor einem halben Jahr bekamen das Notfallteam und die DRK-Initiative „Bürger für Bürger“ je 600 Euro. Davor flossen 3100 Euro an eine Initiative im Ostalbkreis, die Familien mit schwer kranken Kindern unterstützt, und 2605 Euro an ein Pflegeheim in Rumänien. Diesmal denkt der rührige Rentner mit dem großen Herz an Menschen im Raum Gschwend, die ein paar Euro zusätzlich gut gebrauchen könnten. An wen genau, das will er noch mit dem Bürgermeister klären.

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