Berufswahl Ein Eis für künftige Lehrlinge

Die Azubis der Firma Fertighaus Weiss in Oberrot stehen den Besuchern bei Fragen zur Verfügung.
Die Azubis der Firma Fertighaus Weiss in Oberrot stehen den Besuchern bei Fragen zur Verfügung. © Foto: Rainer Kollmer
Gaildorf / Rainer Kollmer 07.07.2018

Der Andrang vor der Körhalle ist bereits um 17 Uhr erstaunlich groß. Eltern bringen in Autos ganze Sammeltransporte von Schülergruppen zum Startplatz. Andere kommen zu Fuß. Bei der Anmeldung verteilen die Scouts, die an ihren Signalwesten zu erkennen sind, eine Informationsbroschüre und blaue Teilnehmerbändchen. Und dann ist Selbstständigkeit gefragt. Je nach Inte­ressenlage können drei Omni-
busse bestiegen werden, die in verschiedene Richtungen fahren: Unterrot, Sulzbach-Laufen und Oberrot sind die Ziele. Eine vierte Route ist ein Fußweg zum Rathaus, wo sich die Gemeindeverwaltungen von Gaildorf und Oberrot mit ihren Ausbildungsplätzen vorstellen.

Film, Rundgang, Gespräch

Als der Bus in Richtung Oberrot zu den Firmen Weiss und Klenk losfährt, zählt der Fahrer 28 Gäste. Außerdem sind zwei Scouts der Wirtschaftsjunioren dabei, um einen aufmerksamen Blick auf den Ablauf der Besuchstour zu werfen. Als die Gruppe bei der Fertighausfirma aussteigt, werden die Gäste schon erwartet. Bei der Begrüßung macht Damaris Staiger mehrere Angebote. Sie nennt einen Film über die Firma, einen Gang durchs Bauberatungszentrum und ins Freigelände mit Fabrice Stradinger sowie die Möglichkeit, mit weiteren Azubis im zweiten oder dritten Lehrjahr ins Gespräch zu kommen. Das gelingt bei den angebotenen Brezeln und Gummibärchen, Popcorn und Getränken recht gut. Auch eine Informationsbroschüre über Ausbildungsmöglichkeiten wird ausgehändigt.

Für die Firma, die etwa 400 Mitarbeiter hat, ist das Informationsangebot für Schülerinnen und Schüler eine Investition in die Zukunft. Denn es fehlen vor allem im handwerklichen Bereich Klempner, Maler oder Stuckateure, wie Damaris Staiger berichtet. Bei Elektronikern und im kaufmännischen Bereich ist das Interesse deutlich größer.

Großes Interesse

Im Vorjahr hatten während der Ausbildungsnacht etwa 70 Teilnehmer das Unternehmen besucht und die Verantwortlichen ermutigt, dieses Jahr erneut teilzunehmen. Dann fährt der Bus zur Firma Klenk, wo Peter Haag zusammen mit einigen Auszubildenden bereit steht, um das umfangreiche Ausbildungsangebot in der Holzverarbeitung aufzuzählen. Der erfahrene Ausbildungsleiter ist bereits seit sieben Jahren in diesem Bereich tätig und kann die Vielfalt der Möglichkeiten wie am Schnürchen aufzählen: Holzbaumechaniker, Industriemechaniker, Elektroniker in der Betriebstechnik, Fachkraft für Lagerlogistik und natürlich auch das kaufmännische Angebot. Gegenwärtig sind bei dem Holzbauunternehmen in Oberrot 17 junge Leute in der Ausbildung; weitere Lehrlinge sind sehr gefragt.

Für die Besucher gibt es Eis – und die Möglichkeit, sich nach Ausbildungsdauer und Verdienstmöglichkeiten in der Holzverarbeitung zu erkundigen. Auch das Holzverarbeitungsunternehmen in Oberrot hat deshalb großes Interesse daran, die Initiative der Ausbildungsnacht weiterhin zu unterstützen.

Die Wirtschaftsjunioren sind selbstständige und angestellte Führungskräfte zwischen 21 und 40 Jahren aus der Region, denen die Weiterentwicklung der Wirtschaft ein Anliegen ist. Für Kreissprecher Daniel Nill und die Projektleiter Carolin Kühner und Aaron Kübler stellt das Angebot der Ausbildungsnacht deshalb eine besondere Herausforderung dar. Weiterer Bericht folgt.

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